Update

: Benko, der Blender

von Ilka Brecht
28.05.2024 | 06:00 Uhr
René Benkos einstiges Imperium zerbröselt. Heute wird über die Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof abgestimmt - mal als sein Glanzstück gedacht.

Guten Morgen,

meine Villa, mein Jet, meine Jacht: René Benko zeigte sein Geld gern. Wie viel dem Gründer der Immobilien- und Handelsgruppe Signa nach den Insolvenzen noch geblieben ist - unklar. An Gläubigern ist Benko jedenfalls nicht arm. Hunderte - von Abu Dhabi bis nach Deutschland - verlangen jetzt zurück, was sie in sein verzweigtes Firmenkonstrukt steckten und verloren haben.
Einige davon stimmen heute in Essen über einen Rettungsplan für Galeria Karstadt Kaufhof ab, denn auch die größte deutsche Warenhauskette gehörte zu Benkos Signa-Gruppe. Auf den Großteil ihrer Forderungen in Höhe von rund 900 Millionen Euro müssten die Gläubiger dabei verzichten. Soweit das Geld. Hinzu kommt, dass 1.400 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, weil mehrere Kaufhäuser geschlossen werden sollen. Dabei sollte die Kette, die zuvor schon mehrfach in der Krise war, mal zum Meisterstück für René Benko werden.

28.05.2024 | 02:33 min
Der Mann, der es vom Schulabbrecher zum Selfmade-Milliardär schaffte, wusste Signa-Investoren immer wieder zu beeindrucken. Auch durch seinen Lebensstil. Der Biograf Rainer Fleckl meint:
Das war Teil des Narrativs des größten Immobilienentwicklers Europas, der alles, was er anfasst, zu Gold machen kann.
Rainer Fleckl, Biograf
Auch in der Politik hat so mancher an den vermeintlichen Goldjungen geglaubt (mehr dazu heute Abend, um 21 Uhr, bei ZDF frontal). Sinnbildlich für die Verblendung ragen 100 Meter Betongerippe in den Himmel über Hamburg. Der Elbtower, Deutschlands berühmteste Bauruine, wurde vom damaligen Bürgermeister zur Chefsache gemacht. Heute ist Olaf Scholz Bundeskanzler.

Kommen Sie gut durch den Tag

Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins frontal

Lage im Nahost-Konflikt

UN-Dringlichkeitssitzung zu Lage in Rafah einberufen: Der UN-Sicherheitsrat kommt zu einer Dringlichkeitssitzung zur Lage in Rafah zusammen. Ein israelischer Luftschlag tötete dort 45 Menschen. International gab es scharfe Kritik.
Wie die Welt auf den Luftangriff auf Rafah reagiert: Nach dem Angriff auf Rafah spricht Israels Präsident von einem "tragischen Fehler". Das Entsetzen über die vielen zivilen Toten ist groß - weltweit. Die Reaktionen im Überblick.
Norwegen erkennt Palästinas als eigenen Staat an: Dieser Schritt ist in der Nacht in Kraft getreten. Irland und Spanien wollen ebenfalls im Laufe des Tages einen palästinensischen Staat anerkennen. Die Regierungen erhoffen sich davon mehr Bewegung für eine Zweistaatenlösung.
Alle Entwicklungen finden Sie jederzeit in unserem Liveblog zur Lage in Nahost.

Was im Ukraine-Krieg passiert ist

Einsatz westlicher Waffen in Russland? Nato-Generalsekretär Stoltenberg appelliert an die Mitgliedsstaaten, der Ukraine den Einsatz westlicher Waffen auch gegen Ziele auf russischem Territorium zu erlauben. Es sei Zeit.
Serie von Explosionen in Luhansk gemeldet: Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet eine Serie von Explosionen in Luhansk. Ukrainische Kriegsblogger veröffentlichen ihrerseits ein Bild, auf dem ein großes Feuer in der von Russland kontrollierten Stadt im Osten der Ukraine zu sehen sein soll. Eine Bestätigung der Angaben liegt nicht vor.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Was heute noch wichtig ist

Macrons Besuch in Deutschland geht weiter: Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft sich heute mit Kanzler Olaf Scholz und etlichen Ministerinnen und Ministern in Meseberg. Diskutiert werden soll über die Themen Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit. Macron wird außerdem am Vormittag in Münster den Westfälischen Friedenspreis entgegennehmen.
Schlussplädoyers im Schweigegeldprozess gegen Trump erwartet: Heute sollen sich in New York zuerst die Anwälte Trumps an die Jurys wenden, dann die Staatsanwälte. Anschließend beraten die Geschworenen. Der ehemalige US-Präsident steht vor Gericht, weil ihm Urkundenfälschung im Zusammenhang mit Zahlungen an die Porno-Darstellerin Stormy Daniels vorgeworfen werden.
IWF-Bewertung für Deutschlands Wirtschaft erwartet: Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird am Dienstag seine Bewertung der deutschen Wirtschaftslage veröffentlichen. Darin enthalten werden auch Empfehlungen an die Regierung sein. Deutschland wächst nach IWF-Prognosen derzeit so langsam wie keine andere große Industrienation.

Zahl des Tages

Alle 27 Sekunden erhält irgendwo auf der Welt ein Mensch die Diagnose Blutkrebs und nur 30 Prozent finden einen passenden Spender oder eine passende Spenderin in ihrer Familie. Das geht aus Zahlen der DKMS hervor. Der heutige "World Blood Cancer Day" soll daran erinnern und Menschen animieren, sich zur Stammzellenspende zu registrieren, die Leben retten kann.

Ein Lichtblick

Quelle: dpa/Polizeipräsidium Frankfurt am Main
Besorgte Autofahrer hatten das Tier auf dem Fahrstreifen gesehen und die Polizei verständigt. Als die Polizei schließlich ankam, hatte "Lucky" die A661 schon von alleine überquert.

Gesagt

Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Peter Benenson, Gründer von Amnesty International
Und deshalb gründete der Brite Peter Benenson am 28. Mai 1961 die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Er hatte einen Zeitungsartikel gelesen, in dem es um die Verurteilung zweier portugiesischer Studenten ging, die in einem Lissaboner Café auf die "Freiheit" angestoßen hatten, so Amnesty. Doch in der Diktatur von António de Oliveira Salazar war sogar das verboten.
Für Anwalt Benenson der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Er habe etwas gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt tun wollen und schrieb daraufhin selbst einen Zeitungsartikel, in dem er die Leserinnen und Leser aufforderte, öffentlich Druck auf ihre Regierungen auszuüben. Dieser Artikel gilt als Geburtsstunde von Amnesty.

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Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

20.07.2024 | 01:55 min
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So wird das Wetter heute

Am Dienstag gibt es im Norden und Osten sowie im Südosten anfangs noch kräftige Schauer und Gewitter, die im Tagesverlauf etwas nachlassen. Sonst ist es bis auf einzelne Schauer trocken und auch zunehmend freundlich. Die Höchstwerte erreichen 16 bis 21 Grad.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Anna Grösch und Katharina Schuster
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