Update

: Long, Longer, Long Covid

von Ilka Brecht
09.08.2022 | 05:52 Uhr

Guten Morgen,

wie lange noch? Wann ist die Pandemie endlich vorüber? Corona zehrt an den Nerven von uns allen. Für Millionen Menschen bedeutet die virale Frage, wann das gewohnte Leben wieder möglich ist, aber noch viel mehr. Denn jeder Zehnte, der bereits mit dem Coronavirus infiziert war, entwickelt Langzeitfolgen, schätzt die WHO. Aus einer großangelegten Studie aus den Niederlanden geht sogar hervor, dass jeder achte Betroffene nach der Infektion noch Wochen oder Monate an mindestens einem Symptom von Long Covid leidet.
Und dann auch noch diese Hiobsbotschaft der Forschung: Zwar gehen viele Forscher davon aus, dass die Kombination aus Impfung und mehreren Infektionen uns aus der Pandemie führen könnte, weil der Körper so eine nachhaltige Immunität aufbaut. Aber eine noch nicht überprüfte Studie rund um das Forscherteam Ziyad Al-Aly von der University of Washington deutet darauf hin, dass sich mit jeder durchgemachten Infektion das Risiko für Corona-Folgeschäden und Long Covid noch erhöht. Und zwar deutlich.
Studien über Studien. Und doch müssen Betroffene immer noch gegen eine kaum erforschte Krankheit kämpfen - und um Anerkennung. Ein Grund: Es gibt zwar viele Symptome, von tiefer Erschöpfung über Muskelschmerzen bis zum sogenannten Gehirnnebel mit heftigen Konzentrationsstörungen, aber sie können organisch oft nicht nachgewiesen werden. So fühlen sich viele Patientinnen und Patienten mit ihren Beschwerden behandelt wie Simulanten - selbst von der Ärzteschaft.
Und wenn die Beschwerden sehr lange anhalten, kann Long Covid sogar zum Armutsrisiko werden. Betroffene, bei denen Lohnfortzahlungen und Krankengeld nach 78 Wochen ausgelaufen sind, müssen sich meistens ans Jobcenter wenden, nach einem weiteren Jahr droht dann Hartz IV. Das sei gerade für Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, furchtbar, sagt Karin Wüst von der Berliner Beratungsstelle für Berufskrankheiten im Interview mit frontal (heute Abend 21 Uhr im ZDF und bereits jetzt in der Mediathek).

09.08.2022 | 16:44 min
Wie lange noch? Frontal hat mit Menschen gesprochen, für die das schon jetzt zur existentiellen Frage wurde - weil durch Long Covid das gewohnte Leben nicht mehr möglich ist oder sogar der soziale Abstieg droht.
Kommen Sie gut durch den Tag
Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins frontal

Was in der Nacht im Ukraine-Krieg passiert ist

Deutschen Strahlenschützer sehen keine Hinweise auf freigesetzte Radioaktivität: Im Zuge der Kampfhandlungen um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Kenntnis des Bundesamtes für Strahlenschutz bislang keine radioaktive Strahlung herausgedrungen oder nach Deutschland gelangt. "Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten", erklärte das Bundesamt
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Was heute noch wichtig ist

Sonderkonferenz der Gesundheitsminister: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern schalten sich heute zusammen. Es geht dabei vor allem um die Corona-Situation im Herbst und das geplante neue Infektionsschutzgesetz.
Kanzler Scholz beim DFB: Der Bundeskanzler will unter anderem mit dem Geschäftsführer der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, über die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen im Fußball sprechen.
EU-Gasnotfallplan tritt in Kraft: Das neue Gesetz wurde am Montag im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Der Plan sieht vor, dass die EU-Mitgliedsländer ihren Gaskonsum bis März 2023 freiwillig um 15 Prozent senken.
Aktuelle Corona-Zahlen und -Grafiken zur Situation in Ihrem Landkreis, zum Stand der Impfungen und zur allgemeinen Lage in Deutschland und weltweit.
Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

Ausführlich informiert

ZDFheute live: AKW-Beschuss in der Ukraine - Droht eine nukleare Gefahr? (36 Minuten)

Zahl des Tages

380 Millionen Menschen werden laut UN zu indigenen Bevölkerungsgruppen gerechnet. Damit machen sie knapp fünf Prozent der Weltbevölkerung aus. Der heutige Tag der indigenen Völker soll auch daran erinnern, dass die Lebensgrundlage vieler indigener Menschen durch den zunehmenden Abbau natürlicher Ressourcen, die Beschneidung ihrer Rechte und den Folgen des Klimawandels bedroht ist.

Gesagt

Hermann Hesse gilt als "Autor der Krise" und als einer der prägendsten deutschen Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist "Der Steppenwolf", dessen Hauptfigur Harry Haller wohl ein Alter Ego Hesses selbst ist. Der Todestag des Schriftstellers jährt sich heute zum 60. Mal.
Fühle mit allem Leid der Welt, aber richte deine Kräfte nicht dorthin, wo du machtlos bist, sondern zum Nächsten, dem du helfen, den du lieben und erfreuen kannst.
Hermann Hesse, Nobelpreisträger und Schriftsteller

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

25.09.2022 | 02:06 min

So wird das Wetter heute

Der Dienstag bringt viel Sonnenschein, es bleibt aber weiterhin viel zu trocken. Über den Nordosten ziehen ein paar Quellwolken, die auch mal dichter sein können. Die Temperaturen erreichen 25 bis 33 Grad, nur direkt an den Küsten bleibt es etwas kühler mit 21 bis 23 Grad.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Anna Grösch
Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne an Ihre Freunde und Bekannte weiter - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Das war erst mal alles
ZDFheute-Update-Abo verwalten