: Hacker lieben Homeoffice

von Sina Mainitz
23.08.2021 | 17:49 Uhr
Millionen Deutsche arbeiten in der Corona-Pandemie von zu Hause aus. Dabei sind Homeoffice-Netzwerke angreifbarer als die von Firmen. Ein Einfallstor für Cyberkriminelle.
Der deutschen Wirtschaft sind 2020 Milliardenschäden entstanden – durch Hacker-Angriffe auf Menschen im Homeoffice. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann hat Details.
Corona und kein Ende. Die Pandemie schwappt von Welle zu Welle und so verlängert sich auch die Homeoffice-Zeit. Das freut Hacker. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zu einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hat es im Jahr 2020 bei deutschen Firmen einen historisch hohen Schaden von 52 Milliarden Euro gegeben.

2020 war Hacker-Jahr

Sei es nun Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage: Insgesamt haben Cyberkriminelle bei den Unternehmen 2020 einen so hohen Schaden verursacht wie noch nie - insgesamt 223 Milliarden Euro. 2019 waren noch rund 103 Milliarden Euro verloren gegangen.
Das Homeoffice ist für Cyberkriminelle ein Geschenk.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
So schnell, wie die Haustür geöffnet ist, haben auch Hacker oft ein leichtes Spiel. Jeder Mitarbeitende, der von zu Hause aus arbeitet, nutzt Verbindungen, die oft leichter angegriffen werden können als solche im Firmennetzwerk. Die IT-Sicherheit muss während der Pandemie besonders geschützt werden. Ein Faktor, den offenbar viele Unternehmen unterschätzt haben.

25 Prozent mehr Cybercrime durch Homeoffice

Ein Viertel der Schadenszunahme im Jahr 2020 lässt sich auf die Arbeit im Homeoffice zurückführen. Nach der IW-Studie gibt es zu selten Firmen-Laptops, Schulungen oder ausreichende Sicherheitskonzepte. Daraus folgen gestohlene Daten, lahmgelegte Netzwerke und erpresste Unternehmen. Das IW geht außerdem von einer hohen Dunkelziffer aus. Denn Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sind in der Studie nicht berücksichtigt. Aber gerade sie haben häufig den größten Nachholbedarf bei IT-Sicherheit.
Bei kleineren Firmen können Angriffe aufs Netzwerk existenzbedrohend sein. Abgesehen von den hier beschriebenen Schäden kann der geschädigte Ruf eines Unternehmens nach einem Cyberangriff gar nicht beziffert werden.

Mehr IT-Sicherheit im Homeoffice, bitte!

Das IW fordert nun nach dieser Studie, mehr Augenmerk auf die Sicherheit im Homeoffice zu legen. Spätestens jetzt sollte das Büro zuhause flächendeckend IT-sicher gemacht und nicht an der falschen Stelle gespart werden.
Quelle: Mit Material von Reuters

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