Rechte Twitter-Alternative Parler ist zurück

16.02.2021 | 10:14 Uhr
Der besonders von Rechten und Trump-Fans genutzte US-Onlinedienst Parler ist wieder verfügbar. Die Plattform war nach der Erstürmung des Kapitols in Washington abgeschaltet worden.
Das Logo der Social Media Plattform Parler. ArchivbildQuelle: Christophe Gateau/dpa
Die bei Anhängern von Ex-Präsident Donald Trump und der amerikanischen Rechten populäre Twitter-Alternative Parler ist nach einer gut einmonatigen Zwangspause wieder online. Am Montag konnten wieder Nachrichten abgesetzt und auch neue Accounts angelegt werden. 

Neuer Infrastruktur-Dienstleister

Parler war Mitte Januar nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch Trump-Anhänger vom Netz gegangen. Der Grund war, dass Amazon als Infrastruktur-Dienstleister die Plattform unter Verweis auf Gewaltaufrufe von den Servern warf. Auch Apple und Google entfernten die Parler-App daraufhin aus ihren App-Stores. Wer nun der technische Dienstleister von Parler ist, teilte das Unternehmen am Montag nicht mit. Er lasse nicht zu, dass "Millionen von Amerikanern zum Schweigen gebracht werden", erklärte Interims-Geschäftsführer Mark Meckler.
Parler war im Jahr 2018 gestartet und war zunächst eine Heimat für Rechtsextremisten. Es bezeichnete sich als auf Redefreiheit fokussierte Online-Plattform. In der Realität war es eine Art Twitter-Kopie, wo alles erlaubt ist. Die noch verhältnismäßig kleine Plattform verzichtete weitgehend auf Regulierung von Inhalten und unternahm damit auch wenig gegen Hassreden, Drohungen und die Verbreitung falscher Informationen. Angesichts eines zunehmend härteren Vorgehens von Twitter und Facebook gegen Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien wanderten schon im vergangenen Jahr verstärkt Trump-Anhänger zu Parler ab.
Bei Parler, einer Plattform, die besonders bei politischen Rechten beliebt ist, gibt es kein Factchecking. Trump-Anhängerin Camille Wead postet dort regelmäßig Videos zur US-Wahl.
Trump war nach der Attacke auf das Parlamentsgebäude bei Twitter und Facebook gesperrt worden. Twitter - die für ihn bis dahin mit Abstand wichtigste Plattform - betonte vergangene Woche bereits, dass es für den Ex-Präsidenten keinen Weg zurück gebe. Facebook lässt die Blockade noch von einem unabhängigen Gremium prüfen, das die Entscheidungen des Online-Netzwerks rückgängig machen kann.
Laut Medienberichten umwarb Parler Trump bereits als er noch Präsident war - mit dem Vorschlag, die App zu seinem exklusiven Kommunikationskanal zu machen. Personen in Trumps Umfeld hatten Parler immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, weil diese angeblich konservative Ansichten unterdrückten.
Quelle: AFP, dpa

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