: Tokios Ärzte fordern Olympia-Absage

18.05.2021 | 19:16 Uhr
Tokio befindet sich in der vierten Corona-Welle. Nun fordert auch die Ärztevereinigung der Stadt die Absage der Olympischen Spiele.
Tokios Ärztevereinigung macht gegen die Olympische Spiele in ihrer Stadt mobil. "Wir haben momentan große Probleme mit der vierten Coronawelle", heißt es in dem Statement der rund 6.000 Mediziner in Japans Hauptstadt. Sie fordern: "Ein Großereignis abzusagen, das die Infektionszahlen in die Höhe treiben kann, ist die richtige Entscheidung."
Neben Tokio kämpfen immer mehr Teile Japans massiv gegen die Pandemie an. In insgesamt neun der 47 Präfekturen herrscht zumindest bis zum 31. Mai der Corona-Notstand. Erst rund drei Prozent der gut 125 Millionen Japaner haben wenigstens eine Impfung erhalten, die Krankenhäuser sind überfüllt, deren Personal ist überfordert.

Großteil der Japaner gegen Spiele

In der vergangenen Woche hatten bereits die japanischen Klinikärzte eine sichere Austragung der Spiele als "unmöglich" bezeichnet und eine Absage gefordert. Es sei in der Pandemie "unmöglich, sichere und geschützte Spiele abzuhalten. Wir können die Gefahr nicht leugnen, dass viele neue Virus-Varianten aus der ganzen Welt nach Tokio gelangen."
Der Großteil der japanischen Bevölkerung ist angesichts der mehr als angespannten Lage mehrheitlich für eine erneute Verlegung oder gar die vollständige Absage der Spiele, die am 23. Juli beginnen sollen. Die japanischen Olympia-Organisatoren hatten bereits vor einiger Zeit entschieden, dass keine ausländischen Zuschauer zu den Spielen einreisen dürfen.
Olympia-Komitee plant Sportler-Impfungen
Unterdessen treibt das Japanische Olympia-Komitee (JOC) seine Planungen voran. Wie Yomiuri Shimbun, die größte Tageszeitung des Landes, berichtete, soll jeder japanischer Olympia-Teilnehmer ab dem 1. Juni seine erste Impfung erhalten. Gespendet werden die Impfdosen von Pfizer/BioNTech.
Auch die deutschen Olympia-Teilnehmer erhalten bei Wunsch eine Impfung, wie das Bundesinnenministerium im April bekanntgegeben hatte.

SID