An deutscher GrenzeDänischer Wildschweinzaun fertig

02.12.2019 13:45 Uhr

Dänemark will seine Schweine vor der Afrikanischen Schweinepest schützen. Dafür wird die Grenze zu Deutschland dichtgemacht - für Wildschweine.

Nach zehn Monaten Bauzeit hat Dänemark seinen umstrittenen Wildschweinzaun entlang der Grenze zu Deutschland fertiggestellt. Bauarbeiter befestigten das letzte Zaunteil nahe dem Grenzübergang Sofiedal knapp 20 Kilometer nordwestlich von Flensburg. Damit ist das dänische Bauprojekt, das auf einer Länge von 70 Kilometern von der Ost- bis zur Nordsee verläuft, abgeschlossen.

Der Zaun ist eine Maßnahme, mit der Dänemark seine wichtige und gewinnbringende Schweinezucht vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schützen will. Der Erreger war zuletzt vermehrt in Polen aufgetreten. Viele Menschen in der eng verbundenen deutsch-dänischen Region halten den Zaun aber vor allem für ein Ärgernis und ein Symbol der Abschottung.

Ein Wildschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze.
Quelle: Frank Molter/dpa

Tore und Treppen für Wanderer und Spaziergänger

Nach Angaben der Behörde verfügt der Zaun über 20 permanente Öffnungen für Grenzübergänge und größere Wasserläufe. Dort sollen die Wildschweine zum Beispiel durch Gerüche vom Überqueren der Grenze abgehalten werden. Für Wanderer und Spaziergänger gibt es zudem Tore und kleine Überquerungstreppen entlang des Zauns.

Der Effekt des Zauns wird von Experten infrage gestellt: Sie halten vor allem die Übertragung durch das Zutun des Menschen für das Hauptproblem im Kampf gegen die ASP. Über weggeworfene Brote mit Wurst aus dem Fleisch infizierter Tiere sowie den Schlamm in Radkästen von Autos oder in Schuhprofilen kann das Virus in zuvor nicht betroffene Gegenden eingeschleppt werden.

Quelle: dpa