: Menschheit lebt nun auf Pump

29.07.2019 | 10:05 Uhr
Vom Erdüberlastungstag an werden Ressourcen verbraucht, die im Lauf des Jahres nicht mehr natürlich nachwachsen. 2019 wurde dieser Tag erneut schon im Juli erreicht.
Die Menschen verbrauchen ihre Ressourcen zu schnell. ArchivbildQuelle: Patrick Pleul/ZB/dpa
Wälder abgeholzt, Flüsse verunreinigt, Arten dezimiert: Die Menschheit hat ihr Budget an natürlichen Ressourcen für 2019 rechnerisch aufgebraucht. Nach Berechnungen der Denkfabrik Global Footprint Network lag der Erdüberlastungstag 2019 damit wie auch 2018 auf dem 29. Juli. Rein rechnerisch beanspruche die Weltbevölkerung derzeit die Ressourcen von 1,75 Erden.

Umweltschutzorganisationen fordern, das Paradigma des Wirtschaftswachstums hinter sich zu lassen und mehr für den Umweltschutz zu tun.

Berechnungen wurden verfeinert

Vor 20 Jahren lag der Tag, ab dem die Menschen aus ökologischer Sicht über ihre Verhältnisse leben, nach neuen Berechnungen noch im September. 2018 wurde der Erdüberlastungstag am 1. August begangen. Die Experten haben jedoch die Daten der Erdüberlastungstage der vergangenen Jahre nun mit zusätzlichen Quellen neu berechnet, so dass sich die Daten der vergangenen Jahre rückwirkend leicht verschoben haben.
Vor allem der Lebensstil in reichen Industrienationen belastet das Konto, ärmere Länder gleichen es noch ein wenig aus. "Wir konsumieren und wirtschaften als gäbe es kein Morgen", mahnte die Umweltstiftung WWF.

Und BUND-Chef Hubert Weiger mahnte: "Brütende Hitzesommer, sterbende Wälder und Ausnahmezustände aufgrund von Unwettern werden mit der fortschreitenden Ausbeutung unseres Planeten zur neuen, katastrophalen Normalität."
Wir konsumieren und wirtschaften als gäbe es kein Morgen.
Umweltstiftung WWF
In die Berechnungen fließen zum Beispiel der Verbrauch von Holz, Ackerland und Fischgründen ein, außerdem der CO2-Ausstoß und der Flächenverbrauch - nicht aber endliche Ressourcen wie Erdöl. In Deutschland schlägt vor allem der hohe CO2-Ausstoß zu Buche, etwa durch Verkehr und Kohlekraftwerke.
Quelle: dpa

Mehr zum Klimawandel