FC Bayern ist wieder Meister

von dpa, sid

18.05.2019 17:25 Uhr

Mit einem klaren 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt hat sich Titelverteidiger FC Bayern München wie erwartet am letzten Spieltag der Saison zum siebten Mal in Folge die Deutsche Fußball-Meisterschaft gesichert. Verfolger Borussia Dortmund muss sich trotz des 2:0-Erfolges bei M'gladbach mit Platz zwei zufrieden geben. Bayer Leverkusen hat mit einem 5:1 bei Hertha BSC den vierten Champions-League-Platz erobert. Der 34. Spieltag im Überblick.

Die Münchener Mannschaft jubelt mit der Meisterschale bei der Siegerehrung der Bundesliga am 18.05.2019
Quelle: dpa

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 5:1 (1:0)

Bayern München hat im Herzschlagfinale der Bundesliga die Nerven bewahrt und schwebt völlig losgelöst im siebten Meisterhimmel. Der Rekordchampion setzte sich beim Showdown um die Schale verdient 5:1 (1:0) gegen ein schwaches Eintracht Frankfurt durch und sicherte sich damit zum 29. Mal den Titel - zum siebten Mal in Serie und erstmals in der Allianz Arena. Und das trotz im Herbst noch neun Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund. Der von den Fans gefeierte Niko Kovac, dessen Zukunft trotz seiner ersten Meisterschaft als Trainer ungewiss ist, holte als zweiter Münchner nach Franz Beckenbauer als Profi und Coach die "Salatschüssel". Diese wurde den Bayern, bei denen sich die umjubelten Altstars Franck Ribery und Arjen Robben als Joker bei ihrem letzten Heimspiel mit Toren verabschiedeten, von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und DFL-Boss Christian Seifert übergeben.

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Robben: "So was muss man feiern"

Es "ist das Schönste, was es gibt", sagt Arjen Robben bei seiner letzten Meisterfeier mit Bayern München am Nockherberg im Interview mit ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein.

05:23 min | 18.05.2019

Außerdem sicherte sich Robert Lewandowski mit 22 Treffern zum vierten Mal die Torjägerkanone, nur Bayern-Legende Gerd Müller war häufiger Schützenkönig (sieben Mal). Am Samstag kann der Branchenprimus im Pokalfinale in Berlin gegen RB Leipzig noch das Double perfekt machen. Kingsley Coman (4.), David Alaba (53.) und die eingewechselten Renato Sanches (58.) sowie Ribery (72.) per Traumtor und Robben (78.) sicherten den überlegenen, aber lange wenig effektiven Münchnern mit ihren Toren die Meisterparty. Der ebenfalls eingewechselte Sebastien Haller glich für die insgesamt enttäuschende Eintracht zwischenzeitlich aus (50.). Frankfurt hat aber dank des 4:2-Sieges von Mainz 05 über die TSG Hoffenheim noch den 7. Tabellenplatz und damit die Europa-League-Qualifikation gerettet.

Niko Kovac wird wohl auch in der nächsten Saison Trainer beim FC Bayern München sein. Er habe Informationen "aus erster Hand", dass es so sein werde, sagte Kovac am "Sky"-Mikrofon. Auf die Frage ob er die Information vom Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge habe, antwortete der Coach: "Das lassen wir jetzt so stehen."

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart 0:0

Der FC Schalke 04 hat zum endgültigen Karriereende von «Jahrhunderttrainer» Huub Stevens einen sportlich versöhnlichen Saisonabschluss in der Fußball-Bundesliga verpasst. Die Königsblauen kamen am Samstag im letzten Heimspiel vor 61.676 Zuschauern in Gelsenkirchen nicht über ein dürftiges 0:0 gegen den VfB Stuttgart hinaus und beendeten die enttäuschende Spielzeit auf dem 14. Tabellen-Platz. Die Schwaben verpassten es, mit einem Erfolgserlebnis in die Relegationsspiele am kommenden Mittwoch und am 27. Mai gegen den Zeitliga-Dritten - SC Paderborn oder Union Berlin - zu gehen.

Beide Teams wechselten in dem sportlich unbedeutenden Spiel reichlich das Personal. Da beim Revierclub sämtliche Innenverteidiger verletzt ausfielen, feierte George Timotheou aus der Schalker U23 ein gelungenes Bundesliga-Debüt. Stuttgarts Interimscoach Nico Willig beorderte die mit vier Gelben Karten belasteten Anastasios Donis und Ozan Kabak mit Blick auf die anstehende Relegation auf die Bank, Emiliano Insua stand jedoch in der Startelf. Vorn sollte Mario Gomez für Gefahr sorgen, blieb aber weitgehend blass. Neben dem 36 Jahre alten Sascha Riether (Karriereende), dem Stevens in der Schlussphase noch ein paar Spielminuten schenkte, wurde vor dem Anpfiff auf Schalke auch der Wolfsburger Leihspieler Jeffrey Bruma verabschiedet.

Bor. Mönchengladbach - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

Für Borussia Dortmund ist der Traum vom neunten Meistertitel geplatzt. Auch das 2:0 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach bescherte dem Revierclub am Samstag nicht das erhoffte Happy End im Fernduell mit dem FC Bayern. Die Münchner wahrten durch den zeitgleichen 5:1-Sieg über Eintracht Frankfurt ihren Zwei-Punkte-Vorsprung. Trotz der Treffer von Jadon Sancho (45. Minute) und Marco Reus (54.) müssen sich die Dortmunder nach insgesamt 21 Spieltagen an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga am Ende mit Rang zwei begnügen.

Ähnlich ernüchternd verlief der Saison-Kehraus für Mönchengladbach. Zum Abschied von Trainer Dieter Hecking verpasste die Fohlenelf vor 54.022 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park die Qualifikation für die Champions League. Der Einzug in die Europa League spendete kaum Trost.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen 1:5 (1:2)

Leverkusen darf nach zwei Jahren Pause wieder in der Königsklasse mitmachen. Dank eines 5:1 (2:1)-Sieges bei Hertha BSC steht Bayer 04 zum zwölften Mal in der Champions League. Mit seinem 17. Saisontor eröffnete Supertalent Kai Havertz am Samstag die Toreshow in Berlin in der 28. Minute. Lucas Alario (38., 72., 88.) und Julian Brandt (54.) machten zum Saisonabschluss vor 59 287 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die erfolgreiche Aufholjagd unter Trainer Peter Bosz perfekt. Hertha hatte im letzten Spiel unter Chefcoach Pal Dardai durch Valentino Lazaro (34.) zwischenzeitlich ausgeglichen.

Leverkusen stand vor der Partie in Berlin während der gesamten Saison kein einziges Mal auf einem Champions-League-Platz. Nun schubste Bayer (58 Punkte) am letzten Bundesliga-Spieltag Borussia Mönchengladbach (55) noch von Tabellenplatz vier. Chefcoach Bosz, der erst zu Jahresbeginn die Werkself übernommen hatte, entfachte bei Bayer ein neues Feuer: «Jetzt sind wir so nah dran, jetzt haben wir auch den Willen, es zu schaffen», hatte der Niederländer verkündet. Mit der Champions-League-Qualifikation hat Bayer nun auch ein gutes Argument bei den jungen deutschen Nationalspielern Havertz (19), Brandt (23) und Jonathan Tah (23), die trotz laufender Verträge bei Topclubs im In- und Ausland hoch im Kurs stehen.

Leverkusens Julian Brandt (l) kämpft gegen Fabian Lustenberger vom Hertha BSC am 18.05.2019 in Berlin
Quelle: dpa

Werder Bremen - RB Leipzig 2:1 (1:0)

Ein 2:1 (1:0) gegen RB Leipzig hat Werder Bremen nicht für die Qualifikation für die Europa League gereicht. Für das 1:0 sorgte Milot Rashica. Der Kosovare war in der 35. Minute mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis erfolgreich. Nordi Mukiele (86.) glich zunächst aus, doch Oldie Claudio Pizarro (88.) sicherte den Dreier für den SV Werder. Rashica vertrat am Punkt den verletzten Werder-Kapitän Max Kruse, der den Verein zum Saisonende verlässt und der vor der Partie mit viel Beifall und einigen Pfiffen verabschiedet wurde. Weniger erfolgreich war aus gleicher Position der Leipziger Bruma. Der Mittelfeldspieler schoss in der 54. Minute einen Handelfmeter unkonzentriert deutlich über die Querlatte.

Ralf Rangnick, letztmals bei einem Bundesligaspiel des Tabellendritten als verantwortlicher Trainer im Einsatz, baute für das Pokalfinale in einer Woche gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München vor. Der Coach schickte "Leipzig II" auf das Feld, Leistungsträger wie Timo Werner, Peter Gulasci, Kevin Kampl und Marcel Halstenberg standen nicht einmal im Kader. Aber auch diese Auswahl der Ergänzungsspieler schlug sich vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion durchaus wacker. Bis zur Bremer Führung war die Partie absolut ausgeglichen und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam bei den Gästen Pech hinzu: Bruma traf aus kurzer Distanz mit einem Flachschuss nur den linken Torpfosten.

Trainerstimmen zum Spieltag

FC Bayern - Frankfurt

FC Bayern - Frankfurt

Niko Kovac (Bayern München): "Danke an unsere Mannschaft und die Fans, wir haben Großes geleistet. Wir waren im Herbst neun Punkte hinten - ich weiß nicht, ob es so eine Aufholjagd schon mal gegeben hat. Ich bin total happy, total ausgelaugt. Jetzt werden wir uns darauf vorbereiten, dass in der nächsten Woche vielleicht noch was nach geht. Wir wollen das Double, aber wir haben im letzten Jahr gesehen, dass man niemanden unterschätzen darf."

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Bayern war zwei Klassen besser, wir waren ein guter Gast. Man hat gesehen, dass wir nach 50 Spielen ausgepresst sind wie eine Zitrone, dass die Spieler auf dem Zahnfleisch gehen. Ich bin froh, dass Mainz sein Versprechen gehalten hat."

Schalke - Stuttgart

Schalke - Stuttgart

Huub Stevens (Schalke 04): "Ich bin nicht zufrieden mit dem Spiel. Wir können es besser. Das ist enttäuschend für unsere Fans, die sich aber super bei uns bedankt haben. Dafür danke ich ihnen. Nicht nur den Fans, sondern auch dem Trainerteam und den Leuten, die nicht im Vordergrund stehen, möchte ich Dankeschön sagen."

Nico Willig (VfB Stuttgart): "Für uns geht eine schwierige Saison jetzt in die Verlängerung. Wir haben es in den vergangenen vier Spielen geschafft, dreimal zu null zu spielen und sieben Punkte zu holen. Wir glauben total an uns. Wir wollen an unsere Leistungsgrenze kommen und abliefern."

Gladbach - Dortmund

Gladbach - Dortmund

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben 20 bis 25 Minuten sehr gut gespielt. Nach dem aus unserer Sicht strittigen 1:0 waren wir zu passiv, sodass der Dortmunder Sieg völlig in Ordnung geht. Mit Platz vier ist es eine sehr gute Sekunde, mit der Champions League Qualifikation wäre es eine herausragende geworden. Ich bin dankbar, dass ich zweieinhalb Jahre in so einem tollen Verein arbeiten durfte."

Lucien Favre (Borussia Dortmund): "Gladbach hat sehr gut angefangen, aber wir haben es nach und nach besser gemacht und schießen dann zu einem guten Zeitpunkt das 1:0. In der zweiten Halbzeit waren wir sehr dominant und haben verdient gewonnen. Die Enttäuschung ist natürlich da, vor allem nach dem 1:1 von Frankfurt haben wir wieder gehofft. Glückwunsch an Bayern München und seinen Trainer Niko Kovac!"

Hertha - Leverkusen

Hertha - Leverkusen

Pal Dardai (Hertha BSC): "Die Spiel hat ein bisschen die gesamte Saison widergespiegelt. Leverkusen war besser und der verdiente Gewinner. Der Abschied ist für mich nichts Besonderes, ich bin so oft in dieses Stadion gegangen. Ich spüre nichts. Das Leben geht hier weiter, im Fußball zählt immer nur der nächste Pass."

Peter Bosz (Bayer Leverkusen): "Ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben etwas Besonderes erreicht. Ein großes Kompliment an die Spieler. Für Bayer 04 Leverkusen ist es ganz wichtig, in der Champions League zu spielen."

Bremen - Leipzig

Bremen - Leipzig

Florian Kohfeldt (Werder Bremen): "Natürlich ist da ein Hauch von Enttäuschung. Aber mit 53 Punkten und dem Pokalhalbfinale können wir zufrieden sein. Nun ist es unser Ziel, im nächsten Jahr noch ein paar Punkte mehr zu holen."

Ralf Rangnick (RB Leipzig): "Wir hatten diese Partie 60 bis 70 Minuten im Griff, so gesehen haben wir uns selbst um den verdienten Lohn gebracht. Aber insgesamt geht angesichts unserer Tabellensituation davon die Welt nicht unter. Ich wollte einigen Spielern vor dem Pokalfinale eine Pause geben und habe daher viele Spieler ausgetauscht. Für mich aber war das keine B-Elf."

Freiburg - Nürnberg

Freiburg - Nürnberg

Christian Streich (SC Freiburg): "Wir hatten unsere Durststrecke in den vergangenen Spielen. Es war total wichtig, dass wir eine Reaktion zeigen. Ich bin schon sehr, sehr erleichtert. Es war schon Druck da, weil wir nicht mit einer weiteren Niederlage aus der Saison gehen wollten."

Boris Schommers (1. FC Nürnberg): "Ich muss mich bei unseren Fans entschuldigen. Wir wollten für unsere einzigartigem Anhänger noch ein gutes Spiel machen. Das ist uns von der ersten bis zur letzten Minute nicht gelungen."

Mainz - Hoffenheim

Mainz - Hoffenheim

Sandro Schwarz (Mainz 05): "Die Gelb-Rote Karte kam für uns letztlich zu einem guten Zeitpunkt. Wir haben in den letzten Heimspielen immer mindestens drei Tore geschossen. Das ist gut, das klingt nach Spektakel. Letzte Woche haben wir Frankfurt geärgert, diese Woche haben wir ihnen geholfen."

Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim): "Es ist ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen, obwohl wir auswärts 2:0 führen. Wir haben in den letzten Wochen viel verspielt. Aber wir hätten die Punkte, die uns jetzt fehlen, auch an anderer Stelle bereits holen können."

Wolfsburg - Augsburg

Wolfsburg - Augsburg

Bruno Labbadia (VfL Wolfsburg): "Man kann sich gar nicht erträumen, dass man so ein Finale hinlegt. Es ist einfach klasse zu sehen, was zusammengewachsen ist. Ich freue mich riesig, die Mannschaft in der kommenden Saison vielleicht am Fernseher oder auch live anzusehen, je nachdem, wo ich sein werde. Es ist eine Riesensache, dass der Verein nach zwei Jahren fast in der Depression wieder europäisch spielt. Das ist ein krönender Abschluss für eine wirklich intensive Zeit."

Martin Schmidt (FC Augsburg): "Wir waren mit dem letzten Aufgebot hier, klar, waren wir jung auf dem Platz und hatten Spieler, die seit Längerem nicht mehr Bundesliga gespielt hatten. Und trotzdem darf nicht passieren, was heute passiert ist. Es war auch noch eine historisch hohe Niederlage. Ich muss mich auch vor der Liga entschuldigen, das war heute nicht konkurrenzfähig. Das war heute nicht Augsburg, wir werden in der nächsten Saison ganz anders zurückkommen."

Düsseldorf - Hannover

Düsseldorf - Hannover

Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): "In der ersten Halbzeit hat Hannover uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht. Wir haben in der Halbzeit die ein oder andere Korrektur vorgenommen und es in der zweiten Hälfte dann wesentlich besser gemacht."

Thomas Doll (Hannover 96): "Die Jungens haben sich heute noch einmal viel vorgenommen, wir haben die ersten 25, 30 Minuten vernünftig gekickt. Aber wir haben uns nicht belohnt. Das war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Am Ende konnten wir froh sein, dass wir nicht mehr Gegentore kassiert haben."

SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 5:1 (2:0)

Absteiger 1. FC Nürnberg hat sich mit einem 1:5 (0:2) beim SC Freiburg aus der Fußball-Bundesliga verabschiedet und beendet die Saison mit nur drei Siegen und 19 Punkten als Schlusslicht. Die Franken wurden den Gastgebern in der sportlich bedeutungslosen Begegnung vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion am Samstag zu keiner Zeit wirklich gefährlich und lagen schon vor der Pause mit zwei Toren zurück.

Marco Terrazzino (7. Minute), Luca Waldschmidt (34.), Nils Petersen mit einem Doppelpack (53./56.) und der ausgeliehene Vincenzo Grifo (61.) in seinem vorerst letzten Spiel trafen für die Freiburger und beendeten deren Serie von zuvor acht Pflichtspielen ohne Sieg. Der Sport-Club steht nach dem 34. Spieltag damit auf Rang 13 der Tabelle. Für den Absteiger erzielte Eduard Löwen das 1:5 (69.).

«Wenn die einen draußen feiern und du lieferst dann so ein Scheißspiel ab, anders kannst du es nicht sagen, dann ist es einfach kein würdiger Abschied», schimpfte Torschütze Eduard Löwen am Samstag, nachdem nahezu alle der 24.000 Zuschauer den Club mit viel Applaus bedacht hatten. «Freiburg hat uns hergespielt. So kannst du dich nicht aus der Bundesliga verabschieden.» Stürmer Mikael Ishak brummte: «Verteidigen: Sehr, sehr schlecht. Angriff: Sehr, sehr schlecht. Heute ist ein Tag zum Vergessen.» Vor der Heimreise nach Nürnberg sagte der Schwede: «Das war vom Anfang bis zum Ende nur Scheiße. Nichts hat geklappt. Unser Pressing war das schlechteste der Saison.»

Wenn die einen draußen feiern und du lieferst dann so ein Scheißspiel ab, anders kannst du es nicht sagen, dann ist es einfach kein würdiger Abschied.

Eduard Löwen

FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim 4:2 (0:2)

Julian Nagelsmann hat mit der TSG Hoffenheim zum Abschied die Qualifikation für die Europa League verpasst. Der scheidende Trainer, der im Sommer zum Ligarivalen RB Leipzig wechselt, musste mit den Kraichgauern am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga nach 2:0-Pausenführung in Unterzahl noch eine 2:4-Niederlage hinnehmen. Für einen Europapokalplatz reichte es dadurch nicht mehr.

Ishak Belfodil (12.) und Andrej Kramaric (34.) hatten die Gäste in Führung gebracht. Daniel Brosinski (66., Foulelfmeter), Jean-Paul Boetius (83./90.) und Jean-Philippe Mateta (90.+3) drehten das Spiel, nachdem TSG-Youngster Christoph Baumgartner früh die Gelb-Rote Karte (42.) gesehen hatte. Mainz, das den Klassenerhalt bereits vor mehreren Wochen perfekt gemacht hatte, beendet die Saison im Tabellenmittelfeld. Wie schon bei Nagelsmanns letztem Heimspiel als Hoffenheim-Coach, bei dem die Stimmung auch durch die 0:1-Pleite gegen Werder Bremen etwas getrübt war, blieb der Abschied des Trainers von Fanseite aus anfangs eher nüchtern. "Danke Julian, mach's gut", war auf einem Plakat zu lesen. Insgesamt jedoch schien das Verhältnis nach dessen Kritik an Teilen der Anhängerschaft in den vergangenen Wochen etwas unterkühlt.

Jean-Paul Boëtius jubelt nach seinem Ausgleichstreffer zum 2:2 am 18.05.2019 in Mainz
Quelle: dpa

VfL Wolfsburg - FC Augsburg 8:1 (3:0)

Bruno Labbadia hat dem VfL Wolfsburg zum Abschied das Ticket für den Europacup geschenkt. Der Trainer führte sein Team zu einer 8:1 (3:0)-Gala gegen den FC Augsburg. Die Wölfe sicherten sich in der Endabrechnung Rang sechs und damit die Teilnahme an der Europa League. Zuletzt hatten die Niedersachsen in der Saison 2015/2016 in der Champions League gespielt.

Torjäger Wout Weghorst per Dreierpack (21., 37., 55.), Robin Knoche (41.), Daniel Ginczek (57.), Elvis Rexhbecaj (60.), Josip Brekalo (85.) und Kevin Danso (89.) per Eigentor sorgten vor 24.486 Zuschauer in der Volkswagen-Arena für den höchsten Bundesligasieg des VfL. Schon im ersten Durchgang machten die Wölfe alles klar, im zweiten Abschnitt wurde es dann zu einer bitteren Blamage für die Gäste, für die Julian Schieber (82.) traf. Noch nie verlor der FCA in der Bundesliga so hoch.

Jubel hat es vor dem Spiel gegeben, als Labbadia verabschiedet wurde. Der Trainer machte in den vergangenen 15 Monaten aus einem Abstiegskandidaten einen Europapokal-Teilnehmer. Die Fans feierten ihn dafür mit «Bruno, Bruno»-Rufen. Die Umarmung mit Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke fiel dagegen eher dezent aus.

Fortuna Düsseldorf - Hannover 96 2:1 (0:0)

Absteiger Hannover 96 hat sich ohne einen einzigen Auswärtssieg in dieser Saison aus der Bundesliga verabschiedet. Im möglicherweise letzten Spiel unter Trainer Thomas Doll verloren die Niedersachsen bei Fortuna Düsseldorf mit 1:2 (0:0) und gehen als Vorletzter zurück in die 2. Liga. Aufsteiger Fortuna eroberte seinerseits durch seinen neunten Heimsieg in dieser Spielzeit Platz zehn zurück und feierte entsprechend nach dem Abpfiff mit seinen Fans eine starke Saison, die dem Team von Trainer Friedhelm Funkel vor der Saison kaum jemand zugetraut hatte. Rouwen Hennings (56.) und Kenan Karaman (60.) hatten zuvor frühzeitig für Partystimmung auf den Rängen gesorgt. Nicolai Müller (78.) verkürzte für 96.

Vor 50.250 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorfer Arena bestimmte Hannover vor der Pause weitestgehend das Geschehen. Nachdem Linton Maina (9.) und Waldemar Anton (19.) erste Warnschüsse abgeben hatten, verpasste Hendrik Weydandt jeweils in der 26. und 36. Minute die mögliche Führung für die Roten. Der Angreifer scheiterte zunächst an Fortuna-Torwart Michael Rensing und zehn Minuten später aus kurzer Distanz am eigenen Unvermögen.

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