Kündigung während OPArzt und Klinik beenden Streit

02.12.2019 19:30 Uhr

Ein Arzt lässt seinen Patienten auf dem Operationstisch zurück, weil er zum Direktor gerufen wird. Dort wird ihm gekündigt. Jetzt ist der Fall erledigt.

Nach der Kündigung eines Chirurgen während einer Operation haben Arzt und Klinik ihren Rechtsstreit beendet. Man habe sich geeinigt und Stillschweigen vereinbart, sagte eine Sprecherin der Kölner Klinik. Der Arzt hatte ursprünglich seine Weiterbeschäftigung gefordert. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant sei nun "zufrieden".

Der Fall hatte aufgrund der Umstände der Kündigung hohe Wellen geschlagen. Der Chirurg war damals aus einem Operationssaal der Klinik im Kölner Stadtteil Merheim zum Direktor gerufen worden - während sein Patient auf dem Tisch lag und alles bereit war für eine Operation. Der Arzt kehrte nicht zurück, weil ihm die Klinik fristlos kündigte.

Krankenhaus Köln-Merheim (Archiv).
Quelle: Oliver Berg/dpa

War der Termin vorab bekannt?

Als Grund warf ihm das Krankenhaus vor, unzulässigerweise Medizinstudenten - teilweise sogar unbeaufsichtigt - bei Operationen eingesetzt zu haben. Sein Anwalt hatte diese Vorwürfe als "absolut absurd, völlig lebensfremd und durch nichts bewiesen" zurückgewiesen.

Strittig war aber vor allem, ob der Termin zu dem Gespräch vorab bereits bekannt war. Nach Angaben der Klinik hatte man dem Arzt eine Einladung per Mail geschickt und ihn aufgefordert, Termine zu verlegen. Der Arzt dagegen gab an, nicht ausreichend über den Termin und seine Dringlichkeit informiert worden zu sein.

Quelle: dpa