Saudi-ArabienSaudischer Energieminister: Drohnenangriff auf Ölpipeline

14.05.2019 15:36 Uhr

Die Lage am Arabischen Golf spitzt sich dramatisch zu. Mehrere bewaffnete Drohnen sollen nach Regierungsangaben eine Ölpipeline in Saudi-Arabien angegriffen haben.

Öl-Pipeline in Saudi-Arabien (Symbolbild)
Quelle: dpa

Ziel des Angriff sollen laut staatlicher saudischer Nachrichtenagentur SPA mit Verweis auf einen Sprecher der Sicherheitskräfte zwei Ölpumpstationen in den Provinzen Dauadmi und Afif gewesen sein. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe aus Sicherheitsgründen den Betrieb der 1.200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline eingestellt, über die Öl aus der Ostprovinz in den Hafen Janbu am Roten Meer transportiert wird, teilte Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al-Falih am Dienstag mit.

Die Pipeline wurde vor Jahrzehnten für den Fall gebaut, dass die Seestraße von Hormus, einer der bedeutendsten Lieferwege für Erdöl, im Konflikt mit dem Iran komplett geschlossen werden könnte. Durch den Angriff sei an einer der angegriffenen Pumpstationen ein Feuer ausgebrochen und Sachschaden entstanden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Vor wenigen Tagen mutmaßliche Sabotageakte an Öltankern

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage, nachdem aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden waren. Energieminister Al-Falih verurteilte den Angriff. Es sei nicht nur ein Angriff auf Saudi-Arabien, sondern auf die Sicherheit der Öltransporte in der gesamten Welt. Auch der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die Sabotageangriffe als Versuch beschrieben, einen größeren Konflikt in der Region zu verursachen. Er habe "diese Art von Aktivitäten, die darauf abzielen, Spannung in der Region eskalieren zu lassen, zuvor vorhergesagt", sagte Sarif am Dienstag bei einem Besuch in Neu Delhi.

Sarif sagte der Nachrichtenagentur Irna zufolge, er habe über die Gefahren gesprochen, die von "Hardlinern in der US-Regierung und der Region" herbeigeführt würden. Näher erläuterte er seine Aussagen nicht. Sarif wirft der Regierung von US-Präsident Donald Trump, Israel und Saudi-Arabien regelmäßig vor, die Region in Richtung eines Kriegs zu bewegen.

USA: Keinen Konflikt heraufbeschwören

Der US-Botschafter in Saudi-Arabien sprach sich für eine deutliche, aber umsichtige Reaktion auf die Angriffe aus. "Wir müssen gründlich untersuchen, was passiert ist und warum es passiert ist", sagte John Abizaid vor Journalisten. Dann seien "vernünftige Antworten" erforderlich, die aber keine Kriegshandlungen sein sollten. Ein Konflikt sei weder im Interesse des Iran noch im Interesse der USA und Saudi-Arabiens.

Wir müssen gründlich untersuchen, was passiert ist und warum es passiert ist.

John Abizaid, US-Botschafter in Saudi-Arabien

Für den Angriff auf die Pipeline könnten indes schiitische Huthi-Rebellen aus dem Jemen verantwortlich sein. Sieben Drohnen hätten die Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt, berichtete die jemenitische Zeitung Al-Masirah mit Verweis auf Militärkreise. Das Medienunternehmen steht unter Kontrolle der Huthi-Rebellen. Demnach habe es sich um Vergeltung für die kontinuierlichen Angriffe Saudi-Arabiens gegen den Jemen gehandelt.

Im Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition auf der Seite der international anerkannten Regierung des Landes gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Diese hatten 2014 die Hauptstadt Sanaa und große Teile des Nordjemens eingenommen.

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