"Alan-Kurdi"-Crew bei Rettungseinsatz bedroht

26.10.2019 | 16:25 Uhr
Zwischenfall im Mittelmeer: Drei libysche Schiffe haben offenbar das Rettungsschiff "Alan Kurdi" bedroht. Die "akute Bedrohungssituation" sei aber vorbei, teilte ein Sprecher mit.
Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi". ArchivbildQuelle: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa
Die Besatzung der "Alan Kurdi" ist im Mittelmeer bei der Rettung von Migranten von libyschen Streitkräften bedroht worden. Drei libysche Schiffe hätten das deutsche Seenotrettungsschiff bedrängt, Maskierte hätten Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben, berichtete der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Eye, Gorden Isler. Die Migranten seien mit Maschinenpistolen bedroht worden.

Zuvor sei ein Schlauchboot mit etwa 92 Migranten an Bord vor der Libyens Küste in Schwierigkeiten geraten. Einige Menschen seien aus Panik bereits ins Wasser gesprungen.

Bedrohungssituation vorbei

Die "akute Bedrohungssituation" sei aber inzwischen vorbei, die Libyer hätten abgedreht, teilte Sea-Eye-Sprecher Isler später mit. Alle Migranten seien nun an Bord der "Alan Kurdi". "Für die Crew war das ein völliger Schock, so etwas haben wir noch nie erlebt."
Die EU unterstützt die libysche Küstenwache darin, Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa wollen, zurück in das Bürgerkriegsland zu bringen. Italien liefert zum Beispiel Boote an die Libyer.

30 Seemeilen vor der Küste

Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls habe sich das Schiff etwa 30 Seemeilen nordöstlich der libyschen Hafenstadt Zuwari befunden. Die "Alan Kurdi" sei in der libyschen Such- und Rettungszone, aber nicht in libyschen Territorialgewässern unterwegs gewesen, betonte Isler.
Quelle: dpa, KNA

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