Was sich im August ändert

01.08.2020 | 08:06 Uhr
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer, mehr Geld für Weiterbildung, ein zweites Gratis-Kita-Jahr in NRW. Was sich im August ändert - eine Übersicht.
Alle Urlauber können sich 72 Stunden nach ihrer Rückkehr nun kostenlos testen lassen.Quelle: reuters
Der neue Monat hält nicht nur für Urlauber Änderungen bereit. Auch in der Arbeitswelt, bei Corona-Hilfen und in Sachen Kinderbetreuung gibt es Veränderungen:

Urlauber aus Risikogebieten müssen sich testen lassen

Ab 1. August können sich Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Tests sind für alle Reiserückkehrer auch ohne Krankheitsanzeichen innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland möglich - zum Beispiel an Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen.
Reisende aus Risikogebieten sollen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei ihrer Rückkehr zu einem Test verpflichtet werden, die ebenfalls kostenlos sind. Eine entsprechende Verordnung tritt voraussichtlich kommende Woche in Kraft.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im ZDF-Interview über die Pflichttests.

Überbrückungshilfen laufen aus

Nur noch in diesem Monat unterstützen Bund und Länder kleine und mittelständische Unternehmen bei Corona-bedingten Umsatzrückgängen mit einem Zuschuss. Die Überbrückungshilfen sind Teil des Konjunkturpakets und waren am 8. Juli gestartet.
Sie sollen Unternehmen helfen, die besonders von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung betroffen sind. Gefördert werden außerdem gemeinnützige Unternehmen, Vereine und Selbstständige. Gefördert werden die Monate Juni, Juli und August. Anträge können aber noch bis Ende September gestellt werden.
Die Bundesregierung stellt 25 Milliarden Euro für kleine und mittelständische Unternehmen zur Verfügung. Überbrückungshilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Personal in Krankenhäusern

Um flexibel auf die Corona-Krise reagieren zu können, durften Krankenhäuser von der vorgeschriebenen Mindestbesetzung mit Pflegekräften abweichen. Für Intensivmedizin und Geriatrie läuft diese Sonderregelung aus - dort gelten ab 1. August wieder die üblichen Personaluntergrenzen. In Kardiologie, Unfallchirurgie, Herzchirurgie und Neurologie dürfen die Untergrenzen jedoch weiterhin unterschritten werden.

Meister-Bafög wird Aufstiegs-Bafög

Weiterbildungen - etwa zum Fachwirt oder zur Erzieherin - werden ab August vom Staat finanziell stärker gefördert. So ist das Aufstiegs-Bafög - das frühere Meister-Bafög - künftig nicht mehr auf eine Fortbildung beschränkt, sondern kann für bis zu drei Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden.
Bei einer Vollzeit-Weiterbildung gibt es vom Staat zudem in Zukunft mehr Geld zur Sicherung des Lebensunterhalts.

Acht Ausbildungsberufe werden moderner

Zum Beginn des neuen Lehrjahres treten neue Ausbildungsverordnungen für acht modernisierte Ausbildungsberufe in Kraft. Neben verschiedenen IT-Berufen sind unter anderem auch angehende Bankkaufleute betroffenen, deren Ausbildung der zunehmenden Digitalisierung angepasst wird. Die bisher eigenständigen Ausbildungen zum Film- und zum Videoeditor werden zum Lehrberuf Mediengestalter Bild und Ton zusammengeführt.
Kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze trotz der Corona-Pandemie halten oder sogar aufstocken, können einen Antrag auf staatliche Prämien stellen. Anreize gibt es auch dafür, Azubis von Betrieben zu übernehmen, die wegen der Pandemie insolvent sind.

NRW führt zweites kostenloses Kitajahr ein

Ab dem neuen Kitajahr, das am 1. August beginnt, zahlen Eltern auch im zweiten Jahr keine Kita-Gebühren in Nordrhein-Westfalen. Der Einnahmeausfall in Höhe von gut 200 Millionen Euro pro Jahr wird den Kommunen vollumfänglich vom Land erstattet.

Neue Uniformen für Bahn-Mitarbeitende

Wer im Zug reist, wird die neue Unternehmensbekleidung der Bahn-Beschäftigten in den Farben Blau und Burgund zu Gesicht bekommen. Designer Guido Maria Kretschmer hat die Kollektion, bestehend aus 80 Einzelteilen, entworfen.
Bahn-Personal in der neuen Dienstkleidung.Quelle: dpa

Mehr Wohngeld auf deutschen Inseln

Auf Nordsee- und Ostsee-Inseln erhalten Geringverdiener künftig mehr Wohngeld. Weil die Mieten dort nämlich in der Regel deutlich höher sind als auf dem Festland, gibt es in der Wohngeldverordnung, die über die Höhe der Zuschüsse entscheidet, künftig eine neue Mietstufe für "Inseln ohne Festlandanschluss".
Quelle: dpa, AFP, ZDF, epd

Mehr zur Corona-Pandemie