: Amoklauf-Leugner muss Millionen-Strafe zahlen

06.08.2022 | 02:44 Uhr
US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones behauptete, ein Schulmassaker sei inszeniert. Für die Verbreitung dieser Lüge muss er nun eine Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen.
Muss hohen Schadenersatz zahlen: US-Verschwörugnstheoretiker Alex JonesQuelle: dpa
Der US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones ist wegen seiner falschen Behauptungen zu einem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule mit 26 Toten zu zusätzlichen 45,2 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden.
Er soll nun insgesamt mehr als 49 Millionen US-Dollar Entschädigung an die Eltern eines Opfers zahlen. Bereits am Donnerstag war der Gründer der rechten Website "Infowars" zu mehr als 4 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden.

Amokläufer tötete 26 Menschen an Grundschule

Jones hatte in der Vergangenheit behauptet, dass der Amoklauf im Dezember 2012 nicht stattgefunden und von Schauspielern inszeniert worden sei. Das Massaker sei vielmehr vorgetäuscht worden, um eine Verschärfung des Waffenrechts durchzusetzen.
Bei dem Massaker in der Stadt Newtown am 14. Dezember 2012 hatte der Täter 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen, bevor er sich das Leben nahm.

"Meinen Sohn gab es, ich bin eine echte Mutter", so die Mutter eines Opfers des Amoklaufs vor Gericht.

05.08.2022 | 02:36 min
Die Eltern eines getöteten, damals sechsjährigen Jungen hatten den rechten Radiomoderator wegen seiner Behauptungen verklagt. Sie hatten zuvor geschildert, welch emotionales Leid die Lügen des 48-Jährigen zur Folge gehabt hätten. Sie forderten 150 Millionen US-Dollar als Entschädigung.

Hohe Strafsummen sollen abschrecken

In Zivilprozessen in den USA kommt zum Schadenersatz für erlittene Schäden oder erlittenes Leid häufig noch ein Strafschadenersatz hinzu, der als Strafe und zur Abschreckung gedacht ist - weswegen er häufig deutlich höher ausfällt als der eigentliche Schadenersatz.

Härtere Waffengesetze sind immer wieder Streitthema in den USA.

26.05.2022 | 02:35 min
Der in rechtsradikalen Kreisen sehr einflussreiche "Infowars"-Gründer Jones ist wegen seiner Behauptungen von einer Reihe von Eltern verklagt worden. In dem Zivilprozess in Austin wurde er nun erstmals zu Schadenersatz verurteilt.

Verschwörungstheoretiker Jones gilt als Trump-Unterstützer

Jones hat in der Vergangenheit immer wieder diverse Verschwörungstheorien verbreitet und zum Beispiel behauptet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei.
Er hat mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien viel Geld verdient und einen großen Kreis von Anhängern. Er ist als Unterstützer des früheren US-Präsidenten Donald Trump bekannt.
So machte Jones sich Trumps Falschbehauptung zu eigen, dessen Wahlniederlage gegen den heutigen Präsidenten Joe Biden sei auf massiven Betrug zurückzuführen. Jones befand sich außerdem in Washington, als radikale Trump-Anhänger am 6. Januar 2021 das Kapitol stürmten.
Immer wieder erschüttern Schulmassaker die USA - wie Ende Mai im Bundesstaat Texas:
Quelle: AFP, dpa

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