: Tasmanien: Etwa 200 gestrandete Wale verendet

22.09.2022 | 08:58 Uhr
In einer Bucht der australischen Insel Tasmanien sind etwa 200 der tags zuvor gestrandeten Grindwale verendet. Nur noch etwa 35 sollen noch am Leben sein.

An der Westküste der australischen Insel Tasmanien sind über 200 Grindwale gestrandet und verendet. Laut der örtlichen Tierschutzbehörde hätten nur 35 Tiere überlebt.

22.09.2022 | 00:50 min
Am Tag nach der Massenstrandung von etwa 230 Grindwalen in einer Bucht der australischen Insel Tasmanien sind nur noch etwa 35 Tiere am Leben. Das sagte der Leiter der örtlichen Tierschutzbehörde, Brendon Clark, gegenüber Journalisten. Das Hauptaugenmerk liege nun darauf, diese Tiere zu retten und freizulassen.
Helfer waren am Donnerstag im Einsatz, um die Körper der Meeressäuger mit Wassereimern und nassen Tüchern zu befeuchten.
Helfer haben die Grindwale mit nassen Tüchern bedeckt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Quelle: AP

Walrettung: "Rennen gegen die Zeit"

Der Sender "ABC" sprach von einem "Rennen gegen die Zeit". Allein in der Nacht seien fünf weitere Tiere verendet, sagte Brendon Clark vom "Tasmania Parks and Wildlife Service".
Die Grindwale (auch Pilotwale genannt) waren am Mittwoch in der abgelegenen Macquarie-Bucht im Westen der Insel gestrandet. Zunächst soll Augenzeugen zufolge noch die Hälfte von ihnen am Leben gewesen sein. Vor genau zwei Jahren waren in der gleichen Bucht 470 Grindwale gestrandet, 111 von ihnen überlebten.
Der Walforscher Olaf Meynecke von der Griffith University in Queensland sagte der dpa:
Leider ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Pilotwale gering.
Olaf Meynecke, Griffith University
Selbst wenn die überlebenden Wale ins offene Meer transportiert würden, könnten viele versuchen, zu ihren gestrandeten Freunden und Familienmitgliedern zurückzukehren, erklärte Meynecke.

Schwierige Rettungsarbeiten

Der emotionale Stress der Tiere, die extrem enge Bindungen untereinander aufbauten, sei sehr groß. "Einige Tiere werden es jedoch schaffen, aber die Mehrzahl von ihnen wird verenden", erklärte er und fügte hinzu: "Für einen Walforscher wie mich, ist dies einer der schlimmsten Momente meiner Arbeit."
Mit schwerem Gerät und Booten wollen die Einsatzkräfte versuchen, die überlebenden Wale mehrere Hundert Meter weit ins Meer zu transportieren, wie australische Medien berichteten. Die Rettungsarbeiten sind jedoch sehr schwierig, weil der Ocean Beach, wo die Tiere an Land gespült wurden, einen 30-minütigen Fußweg vom nächsten Parkplatz entfernt liegt.
Quelle: dpa, AFP