: Viertklässler schlechter in Mathe und Deutsch

17.10.2022 | 12:20 Uhr
Einer neuen Schulstudie zufolge sind Viertklässler in Deutsch und Mathe erneut schlechter geworden. Der soziale Hintergrund spielt eine immer größere Rolle beim Bildungserfolg.

Laut einer Studie sind die Defizite im Lesen, Schreiben, Rechnen und Zuhören besorgniserregend. Bundesweit erreichen 22 Prozent der Viertklässler nicht den Mindeststandard.

17.10.2022 | 01:49 min
Die Viertklässler schwächeln einer neuen Studie zufolge weiter deutschlandweit in den Fächern Deutsch und Mathematik. Der negative Trend habe sich seit dem Jahr 2016 sogar noch verstärkt, teilte die Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag in Berlin mit. Vor allem der soziale Hintergrund hat demnach einen steigenden Einfluss auf den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler.

Mehr Schüler verfehlen Mindeststandard

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hatte im vergangenen Jahr die Bildungskompetenzen von Viertklässlern in Deutsch und Mathematik unter die Lupe genommen. An der Studie beteiligten sich fast als 27.000 Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus über 1.400 Schulen.
In beiden Fächern sank laut Studie die Zahl der Schüler, die den Mindeststandard erreichten. Zugleich verfehlten mehr Schüler diesen Standard. Dabei verstärkte sich auch der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg der Schüler. Zunehmend schwerer haben es demnach vor allem Kinder mit Zuwanderungshintergrund.
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Corona-Schulschließungen machen sich bemerkbar

Als wichtigen Grund für die Verschlechterung nannte die Studie die Schulschließungen während der Corona-Pandemie. Wie stark ein Schüler in der Schule sei, hänge stark mit der heimischen Lernumgebung während der Pandemie zusammen. Eine mangelhafte Ausstattung habe den Lernerfolg beeinträchtigen können.

Die psychischen Folgen von Lockdown und Isolation sind besonders bei Kindern spürbar. Umso schlimmer der gravierende Mangel von psychologischem Fachpersonal an Schulen.

14.10.2022 | 01:33 min
Die amtierende KMK-Vorsitzende und schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte die Ergebnisse "ernüchternd".
Wir investieren in Deutschland zu wenig in den Elementarbereich.
Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein
Bereits in der Kita müsse der Erwerb von Deutsch- und Mathematikfähigkeiten stärker in den Blick genommen werden. "Wir werden uns als KMK überlegen müssen, wie wir wieder mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen können", erklärte Prien.

Politik und Gewerkschaften besorgt über Ergebnisse

Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) erklärte, der Anteil der Schüler, die den Standard verfehlten, sei "viel zu hoch". Die "alarmierenden Ergebnisse" müssten nun "aufrütteln". Langfristige Maßnahmen seien dort erforderlich, wo die Herausforderungen am größten sind. Das betreffe vor allem Kinder mit Zuwanderungshintergrund und in sozial herausfordernder Lage.

Der bauliche Zustand vieler Schulen ist verheerend. Kaputte Fenster, Schimmel - Das Gymnasium am Europasportpark ist wohl eine der marodesten Schulen Berlins.

06.10.2022 | 01:59 min
Die Gewerkschaften reagierten ebenfalls alarmiert.
Diese Schülerinnen und Schüler werden das, was sie als Grundschüler nicht gelernt haben, nur schwer in den weiterführenden Schulen aufholen können.
Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nannte die Ergebnisse "ernüchternd und skandalös". Die Grundschule sei seit Jahren vernachlässigt worden. Die Probleme lägen unter anderem im stärker werdenden Lehrkräftemangel, in zu großen Klassen und in der unzureichenden Ausbildung. Der Verband Bildung und Erziehung mahnte, die Bildungsprobleme fingen bereits im Vorschulalter an. Personalmangel und Überlastung in Kitas hätten ein gefährliches Ausmaß erreicht. Es brauche eine bundesweit abgestimmte Fachkräfteoffensive.
Quelle: AFP

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