: Sperrungen dauern noch bis mindestens Samstag

von Dominik Rzepka, Berlin
05.08.2022 | 20:50 Uhr
Die Berliner Feuerwehr kommt mit dem Löschen im Grunewald voran. Derzeit brennt der Wald kaum noch, der Boden ist aber 700 Grad heiß. Zwei Bomben müssen mit Wasser gekühlt werden.

Das Feuer rund um den Sprengplatz im Berliner Grunewald ist teilweise gelöscht. Die Explosionsgefahr ist jedoch noch immer hoch.

05.08.2022 | 01:43 min
Einen Tag nach Ausbruch des Feuers im Berliner Grunewald hat die Feuerwehr den zentralen Sprengplatz erreicht. Das bestätigte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr ZDFheute. Demnach konnten sich erste Einsatzkräfte - unter ihnen ein Sprengmeister - ein Bild von der Lage im Epizentrum machen. Sie beraten nun das weitere Vorgehen.
Der Sprengplatz selbst brennt im Moment nicht. Die Gefahr ist aber immer noch, dass dort Munition oder Feuerwerk explodieren könnten.
Sprecher der Berliner Feuerwehr
Laut Sprecher der Berliner Polizei ist der Waldboden rund um den Sprengplatz stellenweise 700 Grad heiß. Außerdem haben sich durch eine Explosion am Abend zwei Weltkriegsbomben mit einem Gewicht von je 250 Kilogramm bewegt. Sie müssen nun mit Wasser gekühlt werden. Der Sprecher sagt: "Erst wenn diese Gefahren gebannt sind, kann der Sperrkreis verringert werden."
Berliner Feuerwehr setzt Spezialtechnik ein

Autobahn Avus bis Samstag gesperrt?

Im Laufe des Tages hat die Feuerwehr den Brand weiter mit Spezialtechnik bekämpft. Im Einsatz sind unter anderem ein Löschpanzer, der in Bereiche mit Munition fahren und gleichzeitig Wasser abgegeben kann und Löschroboter. Auch Hubschrauber und Drohnen sind im Einsatz, sie machen Luftaufnahmen von der Brandstelle.
Die Straßen- und Bahnsperrungen wegen des Brandes werden voraussichtlich mindestens bis Samstag in Kraft bleiben. Aktuell sei nicht mit einer Änderung zu rechnen, hieß es am Freitagabend bei der Polizei. Rund um den Einsatzort hatte die Feuerwehr bereits am Donnerstag einen Sicherheitsradius von 1.000 Metern verhängt. Das betrifft auch die Avus-Autobahn A115 und die parallel verlaufende Strecke der S-Bahn S7 zwischen Potsdam und Berlin.
Avus und S-Bahn 7 weiterhin gesperrt

Feuerwehrmann leicht am Kopf verletzt

Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen. Noch vor Sonnenaufgang waren Explosionen zu hören, rund um den Sprengplatz im Grunewald loderten Flammen. Der Brand weitete sich im Lauf des Tages in dem knochentrockenen Waldgebiet noch deutlich aus. Die Brandursache ist weiter unklar - und auch, ob es zuerst brannte oder zunächst zu Explosionen kam.
Der Einsatz eines mit Kameras ausgestatteten und ferngesteuerten Spezialroboters der Bundeswehr, mit dem die Lage auf dem Sprengplatz erkundet werden sollte, musste am Donnerstagabend abgebrochen werden.
Wohngegenden sind nach Angaben der Feuerwehr durch den Brand nicht in Gefahr, die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Während der Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht am Kopf verletzt. Er musste aber nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Die Feuerwehr hat den Waldbrand im Grunewald weitestgehend unter Kontrolle gebracht. Doch der großräumig abgesperrte Sprengplatz gilt noch immer als großes Gefahrengebiet.

05.08.2022 | 01:42 min

Diskussion über Standort des Sprengplatzes

Inzwischen diskutieren Berlin und Brandenburg, ob der Sprengplatz der Polizei im Grunewald an der richtigen Stelle ist. Berlins CDU-Landeschef Kai Wegner fordert Verhandlungen mit Brandenburg über einen gemeinsamen Sprengplatz beider Länder.
Auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey kündigte an, über den Standort reden zu wollen. "Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit diesem Sprengplatz umgehen und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort der richtige ist", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag.
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) zeigt sich offen für Verhandlungen. Das zentrale Sprenggelände Brandenburgs liegt in Kummersdorf-Gut, etwa 50 Kilometer südlich von Berlin. Anfang der 2000er-Jahre hatte es schon einmal Gespräche über einen gemeinsamen Sprengplatz gegeben, damals ohne Einigung.
Quelle: dpa, ZDF

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