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: Mehr Reisefreiheit dank EU-Impfausweis?

20.05.2021 | 20:46 Uhr
Die Sommerferien stehen vor der Tür - und passend dazu soll Reisen in Europa trotz Corona-Pandemie wieder einfacher werden. Der neue EU-Impfausweis kann dabei helfen.
Der europaweite Immunitätsnachweis soll Reisen innerhalb Europas vereinfachen. Zuständig für die Ausstellung sind die Mitgliedsländer. Ein Überblick.
Die EU-Länder und das Europaparlament haben sich nun nach langem Ringen auf ein gemeinsames Dokument geeinigt. Hier eine Übersicht, was bis 1. Juli kommt.

Ab wann ist der EU-Impfpass einsatzbereit?

Laut dem CDU-EU-Abgeordneten Peter Liese soll das Zertifikat zwar ab dem 1. Juli einsetzbar sein. Die Mitgliedsstaaten erhielten demnach allerdings eine sechswöchige Übergangsfrist. Länder wie Deutschland hatten auf den hohen Aufwand verwiesen, Millionen Zertifikate in kürzester Zeit auszustellen. Liese betonte aber, bei Reisen werde auch der herkömmliche gelbe Impfausweis weiter anerkannt.

Wie sieht das Zertifikat aus?

Das "digitale grüne Zertifikat" hat die Form eines QR-Codes und soll als Nachweis für eine Impfung, einen negativen Test oder eine überstandene Covid-Erkrankung dienen. Zum einen soll es möglich sein, die Nachweise digital auf dem Smartphone in einer sogenannten Wallet App zu hinterlegen - in Deutschland wird das unter anderem die Corona-Warn-App sein.
Eine App zur reinen Anzeige des Zertifikats wird in Deutschland derzeit unter der Führung des Technologiekonzerns IBM entwickelt, weitere Apps dürften folgen. Mit Hilfe eines Barcodes sollen die Informationen dann in der ganzen EU fälschungssicher ausgelesen werden können.
Einigung zum EU-Impfzertifikat. ZDF-Korrespondent Gunnar Krüger mit den Ergebnissen.
Wer kein Smartphone besitzt oder das Zertifikat nicht digital speichern möchte, kann es auch in Papierform bekommen.

Welche Daten sollen gespeichert werden?

Das Zertifikat soll Aufschluss darüber geben, welchen Impfstoff der Inhaber beziehungsweise die Inhaberin erhalten hat. Zudem sollen den Angaben zufolge auch Informationen zu frischen Tests und durchgestandenen Corona-Infektionen hinterlegt sowie der Name, das Geburtsdatum, das Impfdatum und der Aussteller des Zertifikats ausgelesen werden können.

Wer stellt den Nachweis aus?

In Deutschland sollen die Dokumente laut Gesundheitsministerium nur von autorisierten Menschen in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden. Wie bereits Geimpfte an einen Nachweis kommen, ist noch nicht abschließend geklärt. Voraussichtlich soll der Nachweis dort erhältlich sein, wo die Impfungen verabreicht wurden. Aber: Die deutschen Hausärzte lehnen Ausfüllen des digitalen Impfpasses strikt ab.

Wird das Impfzertifikat zur Pflicht?

Nein. "Der digitale Impfnachweis ist lediglich ein freiwilliges und ergänzendes Angebot", heißt es in einer aktuellen Information des Bundesgesundheitsministeriums. Wer keinen digitalen Impfnachweis besitze, könne eine Impfung weiterhin über den gelben Impfausweis nachweisen.
Die EU-Staaten und das Europaparlament haben sich auf einen europäischen Corona-Impfnachweis geeinigt. Wie funktioniert er und was ist damit bald erlaubt? ZDFheute live ordnet ein.

Wofür wird das Zertifikat dann benötigt?

Das entscheiden die EU-Länder selbst. Beliebte Reiseländer wie Griechenland und Spanien sind schon länger an dem Zertifikat interessiert. Für was es dort konkret genutzt werden soll, steht aber noch nicht fest. In Italien gibt es bereits mehrere Dokumente, die als nationaler Grüner Pass eingestuft sind und ähnlich wie der künftige Nachweis genutzt werden können. Unter anderem können die Menschen mit diesen Zertifikaten nachweisen, dass sie eine Erkrankung überstanden haben oder vollständig geimpft sind.

Wie wird sichergestellt, dass das Dokument nicht gefälscht ist?

Die Mitgliedsstaaten suchen auf nationaler Ebene jeweils eigene Lösungen für das Zertifikat. Über eine von der EU-Kommission zur Verfügung gestellte Plattform soll sichergestellt werden, dass die Echtheit europaweit überprüft werden kann.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Alle Beteiligten versichern, dass der Datenschutz gewährleistet sei. Es werden den Angaben zufolge keine persönlichen Daten auf Servern gespeichert, sondern nur auf dem eigenen Handy. Das Zertifikat stellt lediglich sicher, dass die auf dem Smartphone hinterlegten Daten authentisch sind und tatsächlich zu der auf dem Zertifikat angegebenen Person gehören.
Quelle: dpa, AFP

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