: Briten genehmigen AstraZeneca-Impfstoff

30.12.2020 | 13:01 Uhr
Nach dem Biontech-Impfstoff darf nun auch der von AstraZeneca auf den britischen Markt. Gesundheitsminister Spahn dringt auf einen zügigen Zulassungsprozess des Mittels in der EU.
Das Vakzin der Universität Oxford und AstraZeneca soll zu 70 Prozent wirksam sein.Quelle: John Cairns/University Of Oxford/PA Media/dpa/Archivbild
In Großbritannien wird der Weg frei für einen zweiten Impfstoff gegen das Coronavirus. Die Kontrollbehörde für Medikamente und Gesundheitsprodukte ließ das Mittel des Herstellers AstraZeneca und der Universität Oxford per Notfallzulassung auf den Markt, wie die britische Regierung am Mittwoch mitteilte.
"Der Einsatz wird am 4. Januar starten und dann in den ersten Wochen des neuen Jahres gesteigert", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock Sky News. Großbritannien hat 100 Millionen Impfdosen des Mittels gekauft.

EMA sieht Chancen auf schnelle Zulassung gering

Nachdem Großbritannien als erstes Land weltweit grünes Licht für den Corona-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford gegeben hat, dringt auch Deutschland auf einen zügigen Zulassungsprozess in der EU. "Mit der Zulassung heute im Vereinigten Königreich von AstraZeneca gehe ich auch von einer gründlichen und zügigen Bearbeitung eines entsprechenden Antrags auch in der Europäischen Union durch die europäischen Behörden aus", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch.
Zuletzt hatte Noel Wathion, Vize-Direktor der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, einer europäischen Zulassung des AstraZeneca-Produkts noch im Januar nur geringe Chancen eingeräumt, weil noch Daten und der Zulassungsantrag fehlten.

Wirkung von etwa 70 Prozent

Teilergebnisse von Studien an fast 24.000 Menschen in Großbritannien, Brasilien und Südafrika legen nahe, dass die Impfdosen sicher sind und eine Wirksamkeit von etwa 70 Prozent haben, eine Erkrankung durch eine Corona-Infektion zu verhindern. Fraglich ist auch, wie gut das Mittel ältere Menschen schützt. Nur zwölf Prozent der Studienteilnehmer waren über 55 Jahre alt.
Soriot sagte aber jüngst in einem Interview der "Sunday Times", er sei zuversichtlich, dass der Impfstoff genauso effektiv sei wie seine Konkurrenten.

Niedrige Kosten, einfache Lagerung

Viele Länder dürften den Erwartungen nach auf den Impfstoff von AstraZeneca/Oxford setzen, da er wenig kostet und einfach zu lagern ist. Das Mittel kann in Kühlschränken aufbewahrt werden und braucht keine extremen Minustemperaturen. Das Unternehmen hat zudem einen Preis von 2,50 Dollar pro Dosis (2 Euro) angekündigt - bis Jahresende 2021 sollen bis zu drei Milliarden Dosen hergestellt sein.
"Wir haben den Impfstoff für die Welt", sagte einer der Studienleiter, Andrew Pollard von der Universität Oxford. Zum Vergleich: Ende November zeigten Verträge der US-Regierung mit den Herstellern Pfizer und Moderna, dass eine Dosis ihrer jeweiligen Impfstoffe zwischen 15 und 25 Dollar kosten sollte.
Mit Blick auf die neue Virus-Variante sagte Pollard im BBC-Radio 4, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe nicht gegen den neuen Strang funktionieren würden.

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