: Kinderärzte empfehlen Impfung ab zwölf Jahren

16.10.2021 | 18:38 Uhr
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt eine Corona-Impfung ab 12 Jahren. Grundlage sind die Daten von über 10 Millionen Kindern und Jugendlichen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin fordert, dass auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sich gegen Corona impfen lassen sollten.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu einer Corona-Impfung.
Er empfehle die Impfung "allgemein und uneingeschränkt", nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben worden seien, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Jörg Dötsch, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag.

Dötsch: Impf-Apell so "dringlich wie bei Erwachsenen"

Dötsch sagte, er werbe für die Impfung der über Zwölfjährigen "so dringlich wie bei Erwachsenen". Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus. Er riet mit Blick auf die Pandemie-Bekämpfung an Schulen zu einem "Zwischenweg":
Wir wollen weiterhin keine Durchseuchung der Kinder - aber wir wollen auch unbedingt vermeiden, dass die Jüngsten nochmal unter den Folgen der Schulschließungen und der Isolationsmaßnahmen leiden müssen.
Jörg Dötsch, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
Die Kultusminister der Bundesländer haben sich darauf geeinigt, dass sie an den Corona-Regeln im Unterricht festhalten wollen. Was einiger klingt, als es ist.

Biontech beantrag Impfstoff-Zulassung für Fünf- bis Elfjährige

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte bereits im August Corona-Impfungen für alle Menschen im Alter ab zwölf Jahren empfohlen. Die Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer sowie Moderna sind regulär für sämtliche Menschen ab zwölf Jahren zugelassen.
Biontech beantragte am Freitag in der EU die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Fünf- bis Elfjährige. Dafür seien Daten aus einer klinischen Studie bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht worden.
Die aktuelle Studie zeigt, dass das Leben unter Corona-Bedingungen an den Nerven von Kindern und Jugendlichen zehrt. Schwere psychische Erkrankungen häufen sich.

Lehrerverband: Infektionen in bisher unbekanntem Ausmaß

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger nannte die aktuelle Corona-Entwicklung an Schulen "sehr besorgniserregend". Der "Passauer Neuen Presse" sagte er: "Gerade an Schulen [nehmen] die Infektionsausbrüche aktuell in einem Ausmaß zu, wie wir es bislang im Pandemieverlauf nicht kannten." In acht Landkreisen sei in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen bereits die 500er-Inzidenz überschritten worden.
Das liege an mehreren Faktoren: "Erstens, weil wir in dieser Altersgruppe noch eine große Mehrheit Ungeimpfter haben, und zweitens, weil es viele Bundesländer mit den Gesundheitsschutzmaßnahmen an Schulen nicht mehr so ernst nehmen."
ZDFheute Infografik
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Lauterbach: "Große Probleme" mit Long-Covid bei Kindern

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich besorgt zu den hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern. Parallel zu Lockerungen von Corona-Maßnahmen würden die Zahlen weiter steigen, sagte Lauterbach dem RND. "Das ist eine Gefahr, denn wir werden große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen".
Als wichtigsten Grund für die hohen Infektionsraten bei Kindern nannte Lauterbach mangelndes Lüften in Schulen. Lauterbach forderte außerdem mehr Tests an Schulen.
Quelle: AFP

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