: Millionen J&J-Impfdosen werden vernichtet

12.06.2021 | 17:46 Uhr
Im April stoppte die US-Behörde FDA Chargen des Johnson & Johnson-Vakzins. Nun entschied sie, dass betroffene Dosen vernichtet werden müssen. Hat das Auswirkungen für Deutschland?
Wegen Produktionsfehlern dürfen Millionen Dosen von Johnson & Johnson nicht genutzt werden. (Archivbild)Quelle: Reuters
Eine größere Produktionspanne in einem US-Werk des Herstellers Johnson & Johnson (J&J) hat Millionen von Impfdosen gegen das Coronavirus unbrauchbar gemacht. Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen müssen wegen einer möglichen Kontamination vernichtet werden, teilte die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mit.
Weder die FDA noch der Hersteller nannten eine genaue Zahl. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Auch Kanada kündigte einen Ausliefer-Stopp für 300.000 Impfdosen aus dem betroffenen Werk an.
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Inhaltsstoffe zweier Impfstoffe wurden vertauscht

Die Firma Emergent BioSolutions, die in einem Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland das Corona-Vakzin für Johnson & Johnson herstellt, hatte die Produktion im April auf Anordnung der FDA eingestellt, nachdem die Inhaltsstoffe des Präparats aus Versehen mit denen des Vakzins von Astrazeneca vertauscht worden waren.
Derzeit wird noch geprüft, ob 60 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, die in Baltimore produziert wurden, den Qualitätsvorgaben entsprechen. Für zehn Millionen Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erteilte die FDA die Freigabe.
Johnson & Johnson äußerte sich nicht zur Zahl der betroffenen Dosen. Vize-Chefin Kathy Wengel erklärte lediglich, das Unternehmen habe sich verpflichtet, sichere und qualitativ hochwertige Impfstoffe herzustellen, "um den Menschen überall Gesundheit und Hoffnung zu bringen".
Die Ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen vor allem für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Nach ärztlicher Aufklärung und auf individuellen Wunsch ist eine Impfung gegen Covid19 aber auch für gesunde Kinder und Jugendliche möglich.

Was bedeutet das für Lieferungen nach Deutschland?

Ob diese Fertigungsprobleme Auswirkungen auf die J&J-Lieferungen nach Deutschland haben könnten, ist noch nicht klar. Nach "Spiegel"-Informationen hängen die Lieferungen nach Deutschland maßgeblich von der Freigabe bereits produzierter Impfstoffe in den USA ab.
Offiziell rechnet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf seiner Webseite aber weiterhin mit insgesamt 10,2 Millionen gelieferten Dosen im zweiten Quartal. Am Samstag vermeldete das BMG zudem, dass der J&J-Impfstoff ab dem 21. Juni auch bei Betriebsärzten verimpft werden soll. In der ersten Woche sollen dafür 192.000 Dosen bereitgestellt werden.
Der Impfstoff von J&J wurde Mitte März in der EU genehmigt. Im Gegensatz zu den anderen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen ist bei diesem Vakzin nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig. Außerdem ist die Lagerung und Auslieferung vergleichsweise einfach.
Quelle: AFP, dpa

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