: Lauterbach appelliert an Vernunft der Narren

21.01.2023 | 06:58 Uhr
Narren mit Maske wird es in dieser Karnevalssession kaum geben: Lauterbach appelliert jedoch an Veranstalter, Corona-Tests anzubieten. Auch für Long Covid hat der Minister Pläne.
Wird Karneval wieder so wie es früher war? Mit Blick auf Corona warnt Bundesgesundheitsminister Lauterbach vor Leichtsinn.Quelle: fabian strauch/dpa
Der Karneval kommt, Corona ist aber nicht weg:  Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat an Veranstalter von Karnevalssitzungen appelliert, Tests für ihre Gäste anzubieten.
Im vierten Karneval mit Corona sollten die Menschen das Risiko mittlerweile kennen.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
In der "Rheinischen Post" sagte der SPD-Politiker, dass er insbesondere älteren Leuten empfehle, vorsichtig zu sein, um Infektionen zu vermeiden.

Lauterbach bittet Veranstalter um Corona-Tests

In Richtung der Veranstalter von Karnevals-Sitzungen formulierte Lauterbach den Wunsch nach Test-Angeboten, "sodass alle Menschen getestet in die Veranstaltung gehen" könnten. "Das ließe sich über mobile Testeinheiten leicht bewerkstelligen. Für die Veranstalter ist das erschwinglich und schafft deutlich mehr Sicherheit", sagte Lauterbach.
Beim Oktoberfest in München haben wir gesehen, wie man es nicht machen sollte.
Karl Lauterbach, SPD
Die Karnevalshochburgen - etwa am Rhein - steuern momentan langsam aber sicher auf die Höhepunkte des närrischen Frohsinns zu. Rosenmontag ist in diesem Jahr am 20. Februar.
Karneval statt Maskenball: Darauf haben viele gewartet

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Maskenpflicht beim Arzt könnte auf den Prüfstein kommen

Lauterbach zeigte sich unterdessen offen für eine Überprüfung der Maskenpflicht auch in medizinischen Einrichtungen noch vor dem Ende der Gültigkeit der Corona-Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes am 7. April. Vorerst solle die Maskenpflicht aber bleiben, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf Ältere oder chronisch Kranke.
Wenn die Fallzahlen stabil niedrig blieben oder noch weiter sänken, könne die Lage jedoch noch vor dem 7. April neu bewertet werden, sagte Lauterbach. Für eine komplette Abschaffung der Maskenpflicht sei es aber jetzt noch zu früh. "Wir haben noch fünfstellige Fallzahlen und eine besorgniserregende Übersterblichkeit. Die lag im Dezember bei 18.000 Menschen, viele davon sind wahrscheinlich an den Folgen von Corona gestorben."

Mehr Geld für Long-Covid-Forschung

Lauterbach nahm in dem Interview mit der Zeitung auch das Problem Long Covid in den Blick. Der Gesundheitsminister will betroffene Patienten mit mehr Informationen unterstützen und ihre Versorgung durch Investitionen in die Forschung verbessern. Zeitnah werde in seinem Ministerium eine Hotline als Anlaufstelle für Menschen eingerichtet, die sich über Long Covid informieren wollen, sagte Lauterbach. Auskunft soll es über die Hotline auch zu Diagnostik und neuen Ansätzen für Therapie von Long Covid geben.
Wenn durch Long Covid der soziale Abstieg droht:

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Sein Ministerium wolle zudem 100 Millionen Euro in Forschung investieren, die untersucht, wie Long-Covid-Patienten am besten versorgt werden können, sagte der SPD-Politiker.
Eine bedeutsame Frage ist beispielsweise, welche Form der Reha wirkt. Die falsche Reha kann eine zusätzliche Schwächung zur Folge haben.
Karl Lauterbach, SPD
Dass Lauterbach für die kommenden Jahre Millionensummen für die Förderung von Projekten zur Verbesserung der Versorgung einplanen will, hatte am Donnerstag bereits das ARD-Hauptstadtstudio berichtet. Für welchen Zeitraum er diese Mittel veranschlagt, sagte Lauterbach nicht. Der ARD-Bericht wies auch darauf hin, dass offen ist, ob der Minister so viel Geld im Haushalt dafür bekommen wird.
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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