: Chefarzt: Ende der Maskenpflicht "vertretbar"

26.05.2022 | 10:49 Uhr
Inzwischen ist es vertretbar, dass die Pflicht zum Tragen einer Maske in den öffentlichen Verkehrsmitteln aufgehoben wird. Das jedenfalls meint der Infektiologe Tenenbaum.
In Öffentlichen Verkehrsmitteln gilt noch immer die Maskenpflicht.Quelle: Imago
Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Tobias Tenenbaum, hält eine Abschaffung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmittel für vertretbar.
Jeder kann sich impfen lassen und damit vor schweren Verläufen gut schützen, und wir haben sinkende Fallzahlen.
Tobias Tenenbaum, Infektiologe
Das sagte der Chefarzt einer Berliner Kinderklinik der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Ein Ende der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen oder Flugzeugen sei "durchaus vertretbar".

Maskenpflicht in vielen Ländern aufgehoben

Aus infektiologischer Sicht spräche nicht viel dagegen, betont Tenenbaum.
Auch wenn ein Ansteckungsrisiko in engen und geschlossenen Räumen natürlich nicht ganz auszuschließen ist.
Tobias Tenenbaum, Infektiologe
In vielen europäischen Ländern sei längst Schluss mit den Masken, auch in Flugzeugen. Deutschland sei nach wie vor extrem vorsichtig.

Seit Anfang Mai bereits hat Italien in vielen Lebensbereichen Beschränkungen abgeschafft. Auch die Maskenpflicht wurde gelockert.

01.05.2022 | 00:22 min

Montgomery für Beibehalten der Maskenpflicht

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält hingegen die Maskenpflicht in Bussen und Zügen weiterhin für "eine sehr niederschwellige, aber absolut sinnvolle Maßnahme". Es gehe nicht in erster Linie um den Selbstschutz, sondern den Schutz der vulnerablen Personen mit Vorerkrankungen und der Ungeimpften, sagte Montgomery der "NOZ".
Wo die Ansteckungsgefahr weiter hoch sei, und dazu zählten volle Busse, Bahnen und Flugzeuge, dort sollte an der Tragepflicht festgehalten werden: "Und das bitte bundesweit und so lange, bis wir endgültige Corona-Entwarnung geben können, also frühestens wohl zum kommenden Frühjahr."
Montgomery kritisierte, um die Maskenpflicht werde ein "lächerliches Bohei" gemacht.
Das ist wahrlich kein Eingriff in die Grundrechte, sondern wir alle haben uns längst daran gewöhnt.
Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender Weltärztebund

Lauterbach: Breite Maskenpflicht für Herbst denkbar

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will indes für den Fall einer neuen Corona-Welle im Herbst die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben.
Derzeit werde erneut am Infektionsschutzgesetz gearbeitet, sagte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Das läuft ja am 23.9. aus. Und dann wird die Frage erneut zu diskutieren sein, ob zum Beispiel Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend wird."
Ich halte das auch für unbedingt notwendig, dass wir uns für den Herbst diese Möglichkeit eröffnen.
Karl Lauterbach, Gesundheitsminister
Lauterbach betonte: "Das Infektionsschutzgesetz beschreibt ja nicht, was gemacht wird oder was gemacht werden soll, sondern es beschreibt, was wir nutzen können an Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, wenn es denn dann nötig wäre." An diesem Thema arbeite er auch mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP).

Zum Ausbruch der Affenpocken, Pandemie-Management und zur erwarteten Corona-Entwicklung im Herbst sowie über das geplante Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche (§219a)

25.05.2022 | 75:11 min

RKI: Inzidenz in einer Woche fast 30 Prozent gesunken

Vorerst gilt ein "Basisschutz" - etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Feiertagmorgen mit 262,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 281,8 gelegen (Vorwoche: 383,2, Vormonat: 909,1). Im Vergleich zur Vorwoche sei die Inzidenz gar um 28,8 Prozent gesunken, teilte das RKI in seinem Wochenbericht für die Zeit vom 16. bis 22. Mai mit.

Sich einen Traum erfüllen, neue Wege gehen, die Krise als Chance? Im Jahr drei der Pandemie treffen wir Menschen, die wegen Corona ihr Leben komplett veränderten.

26.05.2022 | 13:33 min
Die Zahl der Klinikaufnahmen gehe seit einem Gipfel Mitte März stetig zurück. Auch die Zahl der Todesfälle nehme weiter ab. Die Impfung habe nicht an Bedeutung verloren, betont das RKI. Am Dienstag erst hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) auch gesunden Kindern von fünf bis elf Jahren eine Corona-Impfung empfohlen.
Quelle: dpa, ZDF

Hintergründe zu Covid-19

Mehr

Die wichtigsten Daten zum Coronavirus

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise