Mutation aus Südafrika erreicht Deutschland

12.01.2021 | 19:13 Uhr
Die Mutationen des Coronavirus machen Medizin und Politik Sorgen. Nach der britischen Variante ist nun auch die südafrikanische Mutation in Deutschland aufgetreten.
Quelle: ap
Die Landesregierung von Baden-Württemberg und die Stadt Bottrop haben Nachweise der Corona-Mutation B.1.351 aus Südafrika in Deutschland gemeldet. Betroffen sei eine Familie, die am 13. Dezember nach einem längeren Aufenthalt in Südafrika in den Zollernalbkreis zurückgekehrt sei, teilte das Stuttgarter Sozialministerium mit. Am Montag sei der Nachweis der Variante von der Berliner Charité bestätigt worden. In Bottrop ist ebenfalls ein aus Südafrika eingereister Mann betroffen.

Neue Corona-Variante: Milde Krankheitssymptome

Die Familie aus Baden-Württemberg sei nach der Ankunft in Quarantäne gegangen, erklärte ein Ministeriumssprecher. Ein erster Test nach fünf Tagen sei bei allen Familienmitgliedern negativ ausgefallen.
"Große Besorgnis wegen Mutationen": Eine Einschätzung von ZDF-Korrespondentin Shakuntala Banerjee
In der folgenden Woche hätten aber einige von ihnen milde Krankheitssymptome entwickelt. "Zwischenzeitlich gibt es sechs Virusnachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten", hieß es. Die Probe des ersten positiv getesteten Familienmitglieds wurde an die Charité gesandt und sequenziert.
Dort bestätigte sich, dass es sich um die Mutation handelte. Weitere Kontaktpersonen würden nun getestet, gab das Ministerium an. Die Mutation wurde im Dezember in Südafrika bekannt. Sie gilt wie eine ebenfalls bereits in Deutschland angekommene Mutation aus Großbritannien als potenziell ansteckender als die bislang in Deutschland verbreitete Variante.

Merkel warnt vor Corona-Mutationen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rief eindringlich dazu auf alles zur Eindämmung der in Großbritannien aufgetauchten veränderten Variante des Coronavirus zu tun. Das Virus könne in sehr kurzer Zeit "die Führerschaft gegenüber dem alten Virus" übernehmen, sagte Merkel in der ersten Online-Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause.
Man müsse mit einer ganz anderen Aggressivität dieses Virustyps rechnen. Das Auftreten der Mutation sei sehr beunruhigend.
Quelle: AFP, dpa

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