FAQ

: Corona: Wer sich künftig impfen lassen sollte

27.01.2023 | 10:43 Uhr
Vor drei Jahren ist in Deutschland der erste Corona-Fall gemeldet worden - inzwischen scheint die Pandemie gebannt zu sein. Was heißt das für die Corona-Impfung? Ein Überblick.
Drei Jahre nach der ersten gemeldeten Corona-Infektion in Deutschland stellt sich die Frage, wie es mit der Impfung weitergeht.Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Große Impfzentren sind geschlossen, Inzidenzwerte in den Hintergrund gerückt - aus Kliniken ist zu hören, Covid-19-Patienten seien Teil des Alltags geworden. Trotz dieser Entwicklungen: Auch drei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland bleiben Überlegungen zur Corona-Impfung aktuell:

Was ist der aktuelle Stand beim Impfen?

Seit einigen Monaten sind neue, an die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe vorhanden. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sollen bestimmte Gruppen, wie Menschen ab 60, eine zweite Auffrischimpfung damit bekommen.
Die Impfquoten für zweite Booster sind bisher jedoch niedrig und schwanken regional stark. Stiko-Chef Thomas Mertens sagt dazu:
Ich war zwischenzeitlich enttäuscht. Ich hätte mir eine größere Akzeptanz der empfohlenen Impfungen gewünscht.
Thomas Mertens, Stiko-Vorsitzender
ZDFheute Infografik
Mehr
Mehr
Mehr

Ist man nach der Grundimmunisierung langfristig geschützt?

Fachleute sprechen unter dem Strich von einer guten Grundimmunität. Der Virologe Christian Drosten erklärte kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update" , dass einer der Hauptgründe für die relative Ruhe derzeit die Bevölkerungsimmunität sei, die die Verbreitung des Erregers eindämme.
Wie lange dieser Schutz anhält, wird die Forschung im Auge behalten. Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie der Berliner Charité, sagt dazu:
Das müssen wir künftig beim Aufkommen neuer Varianten sehr genau beobachten, etwa anhand von Krankenhausaufnahmen.
Leif Erik Sander, Infektiologe
Manche Forscher sehen Anlass zu Optimismus: Der Immunologe Andreas Radbruch etwa geht anhand der Daten zum ersten Sars-Virus (2002/03) von anhaltender Immunität aus.
ZDFheute Infografik
Mehr
Mehr
Mehr

Werden Herbst-Booster gegen Corona zur Regel?

Manche Mediziner äußern die Vorstellung, dass gegen Corona künftig stets im Herbst geimpft werden sollte, wie vor der Grippewelle. Sander ist allerdings skeptisch, ob die kommenden Corona-Wellen bereits so planbar in die Wintermonate fallen werden wie typischerweise bei der Grippe.
Bis wir wirklich synchrone, streng saisonale Corona-Wellen haben, dürfte es noch eine Weile dauern.
Leif Erik Sander, Infektiologe
Daher seien regelmäßige Corona-Impfungen bei bestimmten, gefährdeten Gruppen womöglich alle ein bis zwei Jahre vorstellbar.

Wer sollte den Impfschutz regelmäßig auffrischen?

Stiko-Chef Mertens sagt, man müsse davon ausgehen, dass primär bestimmte Risikogruppen in Zukunft weitere Auffrischimpfungen bekommen sollten. Das Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf nehme mit dem Alter und der Zahl der Vorerkrankungen zu.
Im Einzelnen muss das jeder mit seinem Arzt besprechen.
Thomas Mertens, Stiko-Vorsitzender
Bei Menschen, deren Immunsystem nicht richtig funktioniere, können Mertens zufolge auch weitere Schutzmaßnahmen wie Abstand und Masken sinnvoll sein.

Im ersten Corona-Lockdown waren die Schulen geschlossen und der Unterricht lief nur schleppend online. Wir haben Schülerinnen seit Beginn der Pandemie begleitet und schauen, wo sie heute stehen.

26.01.2023 | 02:02 min

Schützt die Corona-Impfung vor Reinfektionen?

"Der Schutz vor schwerer Erkrankung durch die Impfungen ist sehr gut, aber das Vermeiden einer Reinfektion ist mittels Impfung höchstens für einen kurzen Zeitraum möglich", sagte Mertens.
Für den Charité-Infektiologen Sander ist denkbar, dass Jüngere mit gesundem Immunsystem womöglich nur noch alle paar Jahre eine Auffrischung brauchen - falls das Virus selbst nicht mit wiederholten Infektionen für die Auffrischung sorgt. Perspektivisch sei auch mit weiterentwickelten Impfstoffen zu rechnen.

War die Corona-Impfung überflüssig?

Anstrengende, langfristige Arbeit stehe bevor, um gefährdete Menschen künftig mit Impfangeboten zu erreichen, sagte Sander. Eines stört ihn: "Manche verbreiten jetzt im Nachhinein das Narrativ, dass die Corona-Impfung überflüssig gewesen sei."
Dabei war sie vielmehr der entscheidende Schalter, um aus der Pandemie herauszukommen.
Leif Erik Sander, Infektiologe
Der erste Nachweis einer Corona-Infektion in Deutschland war am 27. Januar 2020 in Bayern bekanntgegeben worden. Mit Stand 25. Januar 2023 wurden dem RKI mehr als 37,7 Millionen im Labor bestätigte Infektionen gemeldet. Die Zahl der Gestorbenen in Zusammenhang mit Corona liegt mittlerweile bei über 165.000.
Quelle: Gisela Gross, dpa

Thema

Die wichtigsten Daten zum Coronavirus

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise