: Weniger Fälle anderer Infektionskrankheiten

11.01.2021 | 08:37 Uhr
Maßnahmen wie Masketragen, Abstandsregeln oder auch Schließungen sollen die Corona-Pandemie eindämmen. Doch auch die Verbreitung anderer Krankheiten wird laut RKI so abgeschwächt.
Ein Hinweis für Masketragen und die Abstandsregeln. ArchivbildQuelle: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa
Nach dem ersten Shutdown in der Corona-Pandemie 2020 haben die gemeldeten Fälle anderer Infektionskrankheiten wie Grippe, Tuberkulose, Windpocken, Syphilis und Noroviren laut dem Robert Koch-Institut (RKI) abgenommen.
Zwischen März und Anfang August 2020 seien rund 140.000 Fälle gemeldet worden - 35 Prozent weniger als aufgrund der Daten von Januar 2016 bis Februar 2020 zu erwarten gewesen wären, teilte Sonia Boender vom RKI mit. Die Gründe beschreibt das RKI als vielschichtig und erregerspezifisch.

Zunahme bei Hirnentzündung FSME

Sicherlich hätten auch die Corona-Maßnahmen einen Einfluss auf die Übertragung von anderen Krankheiten gehabt, erläuterte Boender. So hätten Maßnahmen wie etwa Schul- und Kitaschließungen, Homeoffice, Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen und Handhygiene insbesondere die Übertragung von Atemwegs- und Magen-Darm-Erregern von Mensch zu Mensch verhindert.
Rückgänge gab es zudem bei Krankheiten wie Malaria, die bisher bei Reiserückkehrern diagnostiziert wurden. Die einzige Zunahme wurde für die Hirnentzündung FSME verzeichnet, die von Zecken übertragen wird.
Mit Einbruch der kalten Jahreszeit steigen die Corona-Zahlen erneut an, doch auch die Grippeviren nutzen die Wintermonate, um sich zu verbreiten.

Grippe-Saison startet verhalten

Die aktuelle Grippe-Saison 2020/21 hat nach bisherigen Meldedaten sehr verhalten begonnen. Erfasst sind 266 im Labor bestätigte Fälle seit Anfang Oktober, wie aus dem Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza hervorgeht. Im Vorjahr seien um diese Zeit wesentlich mehr solcher Infektionen übermittelt worden, hieß es. Bereits im Frühjahr 2020 hatte die Grippesaison ein verfrühtes Ende gefunden. Das wurde auch auf die Corona-Maßnahmen zurückgeführt.
Quelle: dpa

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