: 3.240 Schulen ohne Regelbetrieb

12.11.2020 | 06:22 Uhr
Basierend auf Zahlen aus 14 Bundesländern findet derzeit an rund 3.240 Schulen der Präsenzunterricht nicht mehr vollständig statt. Rufe nach einheitlichen Regeln werden lauter.
Laut Lehrerverband sind derzeit mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne.Quelle: pa/dpa-bildfunk (Archiv)
Die Lage der Schulen in der Corona-Pandemie sorgt weiter für Diskussionen. Medien hatten berichtet, dass sich derzeit mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler in Corona-Quarantäne befänden. Laut den Zeitungen der Funke Mediengruppe haben daher bereits mehr als 3.000 deutsche Schulen den Regelbetrieb aufgegeben.
An mindestens 3.240 Schulen finde demnach unter Berufung auf Zahlen aus 14 Bundesländern der Präsenzunterricht nicht mehr vollständig statt. Allein in Nordrhein-Westfalen befinden sich Schülerinnen und Schüler an 552 Schulen auf Anordnung der Gesundheitsbehörden in Quarantäne und werden digital unterrichtet, wie das Kultusministerium in Düsseldorf mitteilte.
Die steigenden Corona-Infektionen wirken sich enorm auf Schulen aus.

Viele Schulen unterrichten im Wechselmodell

In Bayern findet dem Bericht zufolge der Präsenzunterricht an 255, in Baden-Württemberg an 273 Schulen nicht mehr regulär statt. In Niedersachsen wurden demnach an 347 Schulen einzelne Klassen oder Jahrgänge vorübergehend aus dem Präsenzunterricht genommen und ins Homeschooling geschickt.
221 Schulen in dem Bundesland unterrichten im sogenannten Wechselmodell mit geteilten Klassen, bei dem ein Teil zum Unterricht in die Schule kommt und ein Teil zu Hause lernt, wie die Funke-Zeitungen schreiben. In Hamburg seien 213 Schulen nicht mehr im vollständigen Regelbetrieb.

30.000 Lehrer aktuell in Quarantäne

In Thüringen sind dem Bericht zufolge derzeit 109 Schulen von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. In Rheinland-Pfalz 216, in Brandenburg 170, in Sachsen-Anhalt 120, in Mecklenburg-Vorpommern 30, in Schleswig-Holstein 71, im Saarland 128 und in Sachsen 170, in Berlin 365 Lerngruppen geschlossen. Hessen und Bremen machten keine Angaben.
Die "Bild"-Zeitung hatte am Mittwoch unter Berufung auf Angaben des Deutschen Lehrerverbandes berichtet, dass die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne aktuell bei bis zu 30.000 liege. Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger beklagte einen "Salami-Lockdown", also die schrittweise Schließung von immer mehr Schulen.

GEW fordert verstärkte Schutzmaßnahmen

Wie Meidinger fordert auch die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, von den Kultusministern generelle verstärkte Schutzmaßnahmen an den Schulen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie:
So wie im Moment unterrichtet wird, sind die Gesundheitsrisiken für Schüler und Lehrer zu hoch.
Marlis Tepe, GEW
Die Gewerkschaftschefin fordert, dass allgemein in den Klassenzimmern Abstände eingehalten werden müssten. Dies bedeute die generelle vorübergehende Einführung des Wechselmodells, bei dem die Klassen geteilt werden: "Je eine Gruppe wäre dann in der Schule, eine zu Hause."

Verband Bildung und Erziehung für transparente Regeln

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, sagte dem RND, die Bestimmungen der Gesundheitsbehörden seien sehr unterschiedlich. "Wird in dem einen Landkreis die ganze Klasse in Quarantäne gesetzt, sind es in dem anderen nur die direkten Banknachbarn - wenn überhaupt, weil ja gelüftet wurde."
Das sei nicht nachvollziehbar und führe zu Unmut und Verunsicherung. Es brauche klare und transparente Regeln, wann wer in Quarantäne müsse, so Beckmann.
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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