Corona-Tests bei 1.000 Mennoniten beginnen

08.07.2020 | 14:24 Uhr
Die Corona-Tests in einer Mennoniten-Gemeinde in Euskirchen laufen an. Ergebnisse werden ab Freitag erwartet. Sie entscheiden, ob der Kreis das öffentliche Leben einschränkt.
An der Menno-Simons-Schule in Euskirchen werden tausend Mennoniten auf das Coronavirus getestet.Quelle: dpa
Nach Corona-Infektionen bei 13 Mitgliedern einer Familie im nordrhein-westfälischen Euskirchen haben nach Angaben des Kreises die Tests für die etwa tausend Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde begonnen.
Die gesamte Euskirchener Mennoniten-Gemeinde, die auch komplett unter Quarantäne steht, muss sich diese Woche auf das Virus testen lassen, wie ein Sprecher des Kreises am Donnerstag mitteilte. Erste Ergebnisse könnten demnach am Freitag vorliegen.

Testergebnisse bestimmen, ob es Maßnahmen im Kreis geben wird

Der Kreis Euskirchen will spätestens Mitte kommender Woche über weitere Maßnahmen entscheiden.
Die weiteren Schritte hängen von den Ergebnissen der Tests ab.
Kreis-Sprecher Wolfgang Andres
Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Aktuell liegt der Wert bei acht Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.
Landrat Günter Rosenke (parteilos) hatte bereits am Freitag eine zweiwöchige Quarantäne für Mitglieder der mennonitischen Brüdergemeinde angeordnet. Die Regeln gelten laut der Verfügung seit Samstag für alle Menschen, die an Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen teilgenommen haben sowie für alle Gemeindemitglieder und deren Haushalte. Gottesdienste sind in der Gemeinde aktuell verboten.

Verbreitung über Schule und Gottesdienst möglich

Zunächst war die Mutter der Familie mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Dann wurde das Virus auch beim Vater und bei elf der 13 Kinder nachgewiesen.
Die Kinder waren den Angaben nach vorher noch in die Schule der Mennoniten gegangen. Die Familie hatte wohl auch einen Gottesdienst im Bethaus der Gemeinde besucht. Die Gemeinde hat den Behörden dem Kreis zufolge eine Liste mit allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt, damit das Gesundheitsamt schnellstmöglich die Kontaktpersonen ermitteln konnte.
Quelle: dpa, epd

Mehr Informationen zu Covid-19

Aktuelles zur Coronavirus-Krise