: Corona-Impfstoff: Die wichtigsten Fakten

23.10.2020 | 21:19 Uhr
Russland und die USA prahlen mit der schnellen Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Wie weit ist Deutschland bei der Impfstoff-Entwicklung? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Kommt mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus die Normalität zurück? Die wichtigsten Fragen und Antworten.Quelle: epa

Wann könnte ein Impfstoff zur Verfügung stehen?

Die Bundesregierung bleibt offiziell bei ihrer Ansage: Im ersten Quartal des kommenden Jahres könnte es mit ersten Impfungen gegen das Coronavirus losgehen. Es könne aber immer auch Rückschläge bei der Forschung geben, heißt es.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll nach einem "Bild"-Bericht in einer Schalte mit seinen Länderkollegen Anfang der Woche erklärt haben, die Zulassung eines Impfstoffs könnte sogar noch vor Ende des Jahres passieren. Bestätigt wird diese Äußerung nicht.
Die erklärte Devise der deutschen Regierung ist: Wir wollen nicht per se die Ersten sein. Der Impfstoff muss ausreichend getestet und sicher sein, sonst haben die Leute kein Vertrauen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet 2021 mit der Zulassung eines Impfstoffs.

Wer kommt zuerst dran?

Schon aus Kapazitätsgründen muss eine Auswahl stattfinden: Es werden nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürger zur Verfügung stehen. Kriterien für eine Priorisierung erarbeiten momentan der Deutsche Ethikrat, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die am RKI angesiedelte Ständige Impfkommission.
Bis Ende nächster Woche sollen Vorschläge dazu vorliegen. Wahrscheinlich werden Impfungen zuerst für Bevölkerungsgruppen angeboten, die ein höheres Risiko haben, sich anzustecken oder schwer zu erkranken. Das sind zum Beispiel Beschäftigte im Gesundheitswesen, Ältere und Kranke sowie Menschen mit Vorerkrankungen.
Ab Mitte nächsten Jahres könnten dann breite Teile der Bevölkerung geimpft werden, heißt es bisher von der Regierung.

Sind die nächsten Sommerferien also gerettet?

Sprunghaft zurück zum gewohnten Vor-Corona-Alltag wird es wohl nicht gehen. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte Anfang des Monats im "Spiegel" sehr vorsichtig davon gesprochen, dass mit einem Impfstoff die Hoffnung bestehe, "dass wir im nächsten Jahr schrittweise den Alltag normalisieren können".
Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann, so dass die Gesellschaft im Ganzen geschützt ist.

Werden sich überhaupt genug Leute impfen lassen?

Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums 55 bis 65 Prozent der Bürger eine Impfung abholen. Ist diese Bereitschaft vorhanden?
Eine Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) im September hatte eine Impfbereitschaft von etwas mehr als 50 Prozent festgestellt. Einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio von Anfang Oktober zufolge würden sich 63 Prozent eher bis sehr wahrscheinlich impfen lassen, sobald ein Impfstoff bereitsteht.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Die Frage wird dem Gesundheitsminister seit Monaten immer wieder gestellt und Spahn gibt immer dieselbe Antwort: Nein. "Es wird keine Impfpflicht geben." Überzählige Impfdosen gegen das Coronavirus will er demnach auch an andere Länder weitergeben.
Wir sichern uns deutlich mehr Impfstoff, als wir brauchen werden.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister

Wie wirksam kann oder wird ein Impfstoff überhaupt sein?

Bei der Wirksamkeit gehe es darum, dass die Impfstoffe in der Lage seien, die schwere Covid-19-Krankheit zu verhindern. Das seien die primären Ziele, hatte der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, im September gesagt.
Quelle: dpa

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