RKI: Corona-Test-Rückstau in Laboren wächst

05.11.2020 | 08:20 Uhr
In Deutschland wird immer mehr auf Corona getestet, die Labore sind am Limit. Laut Robert-Koch-Institut gibt es einen Rückstau von 98.931 nicht ausgewerteten Tests.
Quelle: dpa (Archivbild)Corona-Labore kommen mit dem Auswerten der Tests nicht hinterher, meldeten das Robert Koch-Institut.
Immer mehr Menschen in Deutschland lassen sich auf Corona testen, während Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher kommen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) gibt es einen Rückstau von insgesamt 98.931 nicht ausgewerteter Proben. Die Quote von positiven Corona-Tests hat sich derweil in den letzten zwei Monaten verzehnfacht.
Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20.799 abzuarbeitenden Proben, wie aus dem RKI-Lagebericht hervorgeht. 55 Labore nannten laut RKI zuletzt Lieferschwierigkeiten für Reagenzien unter anderem zum Auswerten der Tests, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

Corona-Tests: Bearbeitungszeit verlängert sich

Mit steigenden Probenzahlen, wie sie zurzeit aufgrund der weiten Indikationsstellung zu beobachten seien, verlängerten sich laut RKI auch die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten.
Dies habe mögliche Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die betroffenen Personen sowie einem größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt, schreibt das RKI.
Täglich werden in den deutschen Laboratorien abertausende Corona-Tests ausgewertet. Viele Labore stehen vor enormen Herausforderungen, die hohe Anzahl an Tests zu bewältigen.

RKI: Labore am Limit

Es gebe in den vergangenen Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befänden. Es sei unter anderem "dringend geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren".
In den ersten Arztpraxen werden sie bereits angeboten: Corona-Schnelltests. Nach nur 15 Minuten bekommt man bereits sein Ergebnis. Doch wie sicher sind die Schnelltests und wer trägt die Kosten dafür?
Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich derweil in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1. November) laut RKI 7,26 Prozent der Tests an - der höchste Wert seit der ersten Aprilhälfte.

Corona-Test Anzahl auf Rekordhoch

In Kalenderwoche 35 (bis 30. August) waren es noch rund 0,7 Prozent. Die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests kletterte in den vergangenen zwei Monaten deutlich um mehr als 400.000.
191 Labore meldeten zuletzt rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche - ein Rekordwert für Deutschland. Die Entwicklung bei Positivenrate und Test-Anzahl spiegelt sich im über Wochen starken Anstieg bei den gemeldeten Neuinfektionen wieder.
Quelle: dpa

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