Tirol und Tschechien nun Corona-Risikogebiete

25.09.2020 | 19:20 Uhr
Tirol, Tschechien, Luxemburg: Die Bundesregierung hat weitere Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie die Lage in Europa ist und was Urlauber wissen müssen - ein Überblick.
Ein halbes Jahr Corona. Was sind die aktuellen Entwicklungen in Europa und wie laufen die Vorbereitungen für Herbst und Winter?
Wegen rasant steigender Infektionszahlen erklärt die Bundesregierung eine europäische Region nach der anderen zum Corona-Risikogebiet. Jetzt trifft es weitere Länder und Landesteile an der deutschen Grenze - Tschechien, Luxemburg und das bei Deutschen beliebte österreichische Bundesland Tirol. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete.

Das sind die Corona-Risikogebiete in Europa

Reisen ist momentan nicht einfach. Wohin kann man überhaupt noch fahren? Was ist der Unterschied zwischen der Einstufung als Corona-Risikogebiet und einer richtigen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes? Ein Überblick.
Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Über die Risikogebiete führt das RKI eine Liste, die fortlaufend aktualisiert wird. Sie umfasst derzeit etwa 130 Staaten - von Ägypten über Russland bis zu den USA.
Länder Europas, die derzeit als Risikogebiete eingestuft sind:
  • Albanien
  • Andorra
  • Belarus
  • Belgien: Region Brüssel
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien: Blagoevgrad
  • Dänemark: Region Hovedstaden
  • Frankreich, mehrere Regionen: Bretagne, Centre-Val de Loire, Normandie, Île-de-France, Hauts-de-France, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, Korsika und die Überseegebiete, Französisch-Guyana, Guadeloupe, La Réunion, St. Martin
  • Irland: Region Dublin
  • Kosovo
  • Kroatien, mehrere Regionen: Brod-Posavina, Dubrovnik-Neretva, Lika-Senj, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Zadar, Pozega-Slavonia, Virovitica-Podravina
  • Luxemburg
  • Montenegro
  • Niederlande, mehrere Regionen: Aruba, Nordholland, Südholland, St. Maarten, Utrecht
  • Nordmazedonien
  • Österreich: Bundesländer Wien und Vorarlberg sowie Bundesland Tirol
  • Portugal: Großraum Lissabon
  • Republik Moldau
  • Rumänien, mehrere Regionen: Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, București, Caras Severin, Covasna, Iasi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea, Vaslui
  • Russland
  • Schweiz: Kantone Freiburg (Fribourg), Genf und Waadt (Vaud)
  • Serbien
  • Slowenien: Region Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain )
  • Spanien
  • Tschechien
  • Türkei
  • Ukraine
  • Ungarn: Budapest und Region Györ-Moson-Sopron
  • Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland: britisches Überseegebiet Gibraltar
Eine Aufstellung des Robert-Koch-Instituts mit allen Risikogebieten weltweit finden Sie hier.
Risikogebiet vs. Reisewarnung
Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.
Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.
Länder Europas, für die derzeit eine Covid-19-Reisewarnung gilt:
  • Andorra
  • Belarus
  • Belgien: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Hauptstadt Brüssel
  • Bosnien-Herzegowina
  • Bulgarien: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Bezirke Blagoevgrad
  • Dänemark: Region Hovedstaden
  • Frankreich: Teilweise - hier gilt eine Warnung für die Regionen Île-de-France, Hauts-de-France, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, Korsika und die Überseegebiete Französisch-Guyana, Guadeloupe, La Réunion, St. Martin, Bretagne, Centre-Val de Loire und Normandie.
  • Gibraltar
  • Irland: Dublin
  • Kosovo
  • Kroatien: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Regionen Brod-Posavina, Dubrovnik-Neretva, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Zadar, Pozega-Slavonia, Virovitica-Podravina
  • Luxemburg
  • Republik Moldau
  • Montenegro
  • Niederlande: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Provinzen, Nordholland und Südholland, Utrecht und nach Aruba und St. Maarten
  • Nordmazedonien
  • Österreich: Teilweise - hier gilt die Warnung für das Bundesland Wien, das Bundesland Voralberg sowie Tirol
  • Rumänien: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caras Severin, Covasna, Iasi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea, Vaslui und die Hauptstadt Bukarest
  • Schweiz: Teilweise - hier gilt die Warnung für die Kantone Freiburg (Fribourg), Genf und Waadt (Vaud)
  • Serbien
  • Slowenien: Region Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain)
  • Spanien
  • Tschechien
  • Türkei: Teilweise - hier gilt die Warnung für fast das gesamte Land samt der Millionenstadt Istanbul. Ausnahme: Die Reisewarnung für die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla wurde aufgehoben.
  • Ukraine
  • Ungarn: Region Györ-Moson-Sopron
Mehr zu den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.
Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten
Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt generell schon seit einigen Wochen, dass sie sich beim Gesundheitsamt melden und Angaben zu Symptomen und einem eventuellen Corona-Test machen müssen. Seit Kurzem greift zudem eine Testpflicht bei der Heimkehr: Wer kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Bis zu einem negativen Ergebnis besteht Quarantänepflicht.
Das heißt: Entweder man lässt sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legt einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder man lässt sich nach Rückkehr in Deutschland testen, was drei Tage lang kostenlos möglich ist.
Quelle: dpa

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