: Nach Anschlag: Suche nach Tätern

30.10.2022 | 14:26 Uhr
Nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bautzen zeigt sich Sachsens Innenminister Schuster entschlossen, die Täter zu finden.
Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen "Seehotel" in Bautzen.Quelle: dpa
Nach dem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim im sächsischen Bautzen will Landesinnenminister Armin Schuster die Täter schnell ausfindig machen und zur Verantwortung ziehen.
In einer solchen Zeit Zuflucht zu verweigern auf diese menschenverachtende Art und Weise, das ist nicht nur fremdenfeindlich, das ist menschenfeindlich.
Sachsens Innenminister Armin Schuster
Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes in Dresden dauerten an. Es gebe noch keine neuen Erkenntnisse, sagte ein LKA-Sprecher am Sonntag.

In die Flüchtlingsunterkunft sollten bald Familien einziehen

Das Feuer war am Freitag in den frühen Morgenstunden ausgebrochen, nachdem Unbekannte die Fensterscheiben des Hauses eingeworfen hatten. Vier Menschen, die sich in dem Gebäude aufhielten, blieben unverletzt. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum übernahm die Ermittlungen.
Der Leiter, Dirk Münster, sprach am Samstag von einer "sehr guten Spurenlage". Ermittelt wird wegen schwerer Brandstiftung.
In das an einem Stausee außerhalb der Stadt gelegene ehemalige Hotel sollten in wenigen Tagen Flüchtlinge einziehen. Die Familien kommen laut Landratsamt aus Syrien, Nordmazedonien, der Türkei, Afghanistan, Georgien und der Russischen Föderation.

Schuster: Hotel sollte "in Schutt und Asche gelegt werden"

Vor weniger als zwei Wochen war erst in Groß Strömkendorf in Mecklenburg-Vorpommern eine Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine abgebrannt. Die Ermittler vermuten einen politischen Hintergrund.
Sachsens Innenminister sagte in Bautzen, das Ziel der Täter sei gewesen, das ehemalige Hotel "komplett in Schutt und Asche zu legen". Die Schäden, die das Feuer angerichtet hat, waren auch von außen sichtbar.
Wir wollen dieser Täter habhaft werden, weil sie nicht zur Mitte unserer Gesellschaft gehören. Im Gegenteil: Dafür müssen sie büßen.
Sachsens Innenminister Armin Schuster
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Tag des Anschlags von einer widerwärtigen Tat gesprochen und zugesagt, dass die Aufklärung "höchste Priorität" habe.

Auf das "Spreehotel" hat es bereits 2016 einen Anschlag gegeben

Nach Angaben einer Sprecherin des Landratsamts wird das Haus von einem privaten Eigentümer zur Verfügung gestellt und von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben. 2016 hatte es auf das "Spreehotel" einen versuchten Brandanschlag gegeben - auch damals waren dort Flüchtlinge untergekommen.
Am vergangenen Dienstag hatte es dem Landratsamt zufolge eine Bürgerversammlung mit Anwohnern und Landkreis-Vertretern in dem ehemaligen Hotel gegeben. "Natürlich gab es auch Bedenken und Kritik der Anwohner. Dies ist aber in der Regel bei solchen Terminen üblich", hieß es.
Quelle: dpa

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