: Glyphosat bald in Gärten und Parks verboten

19.07.2021 | 17:02 Uhr
Schon Ende Juli oder August soll Schluss sein: Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat soll nicht mehr in Gärten, Parks oder auf Spielplätzen versprüht werden.
Glyphosat darf künftig nicht mehr auf Flächen versprüht werden, die von der Allgemeinheit genutzt werden. Quelle: dpa
Die Verwendung von Glyphosat im privaten Bereich wird in Kürze verboten sein. Wie eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Montag mitteilte, wird das Verbot voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August in Kraft treten.
Nicht mehr verspritzt werden darf das Mittel dann auf Flächen, die von der Allgemeinheit genutzt werden, wie beispielsweise Spielplätze oder Parks, aber auch nicht mehr im Haus- und Kleingartenbereich.

Auch auf Acker- und Grünland nur im Ausnahmefall

Verboten wird die Verwendung von Glyphosat außerdem:
  • auf Feldern vor der Ernte,
  • in Wasserschutzgebieten,
  • in Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten.
Auch auf Acker- und Grünland soll Glyphosat nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden dürfen. Dazu gehört laut Agrarministerium die Bekämpfung bestimmter Unkräuter und die Anwendung auf erosionsgefährdeten Flächen, die mechanisch nicht bearbeitet werden können.

Bundesregierung setzt EU-Vorgabe zu Glyphosat um

Mit dem Teilverbot setzt die Bundesregierung eine entsprechende Vorgabe der Europäischen Union um. Ein komplettes Verbot von Glyphosat sei auf nationaler Ebene hingegen nicht möglich, erklärte das Landwirtschaftsministerium. Glyphosat ist EU-weit noch bis Ende 2022 zugelassen, glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel aufgrund einer Übergangsfrist noch bis Ende 2023.
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat mehrfach betont, dass sie eine Mehrheit für eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung auf EU-Ebene nach Ablauf der derzeitigen Genehmigung für unwahrscheinlich hält.

Wie gefährlich ist Glyphosat?

Entwickler und Hersteller von Glyphosat ist der Konzern Monsanto, der 2018 vom Chemie- und Pharmakonzern Bayer übernommen worden war. Das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel Roundup steht in den USA im Zentrum zahlreicher Klagen. Hierbei geht es vor allem um die Frage, ob von dem Mittel eine krebsauslösende Wirkung ausgeht - Bayer betont hierbei stets, dass das Mittel bei sachgerechter Anwendung sicher sei und verweist auf die entsprechende Einschätzung unter anderem der US-Umweltbehörde EPA und auch der Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland.
Die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte 2015 hingegen konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.
In Deutschland sind circa 1.000 Pflanzenschutzmittel zugelassen - wie Insektizide oder Fungizide. Ein Pflanzenschutzmittel besteht aus einem giftigen Wirkstoff und einem oft auch giftigen Beistoff, der das Mittel zum Beispiel wasserlöslich macht.
Quelle: AFP

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