: Handwerk fehlt sechsstellige Zahl an Personal

03.07.2022 | 09:25 Uhr
Der Fachkräftemangel in Deutschland trifft auch Handwerksbetriebe hart. Es fehlt eine sechsstellige Zahl an Mitarbeitern, das bedroht die Klima-Ziele und das Wirtschaftswachstum.

In Deutschland suchen viele Handwerksbetriebe dringend Personal. Nach Angaben des Branchenverbands sind schätzungsweise 250.000 Stellen unbesetzt.

03.07.2022 | 00:22 min
Die Handwerksbetriebe in Deutschland suchen eine sechsstellige Zahl von Mitarbeitern. Bei den Arbeitsagenturen sind nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) derzeit 150.000 offene Stellen gemeldet.
Da nicht alle Betriebe unbesetzte Stellen an die Agenturen melden, geht der Verband von schätzungsweise rund 250.000 fehlenden Handwerkerinnen und Handwerkern aus, wie eine ZDH-Sprecherin berichtete. "Tendenz steigend". Grundlage sind Rückmeldungen aus den Handwerkskammern.

In Deutschland fehlen in vielen Branchen Arbeitskräfte, mit gravierenden Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung. Was sind die Gründe und was lässt sich dagegen unternehmen?

30.06.2022 | 03:02 min

Personalmangel hemmt Erreichen der Klimaneutralität

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstags, sagte: "Wenn wir bei der Nachwuchs- und Fachkräfteversorgung nicht schnellstmöglich gegensteuern, droht nicht nur ein Scheitern der Energiewende, sondern auch ein massiver Wirtschaftseinbruch, ein Verlust an Wertschöpfung und Wohlstand."
Der Personalmangel hemmt nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern gefährdet die politischen Ziele der Bundesregierung, wie nicht nur Handwerksfunktionäre seit Jahren warnen. Ein Beispiel: In Deutschland gibt es etwa 43 Millionen Wohnungen, bis 2040 sollen diese komplett klimaneutral werden. Da ein großer Teil des Gebäudebestands bislang nicht energieeffizient ist, gehen Fachleute von einem jährlichen Umbaubedarf von an die zwei Millionen Wohnungen aus.
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Viele Handwerksberufe von Fachkräftemangel betroffen

"Häuser energieeffizient sanieren, Ladesäulen und Solardächer installieren, Windanlagen aufbauen und warten und vieles mehr", heißt es beim ZDH. "Das machen Handwerkerinnen und Handwerker, sie sind für all diese Zukunftsaufgaben unverzichtbar."
Dementsprechend zählen zu den Gewerken mit dem größten Fachkräftemangel auch mehrere Bauberufe: Laut ZDH sind dies Installateure und Heizungsbauer, Kälteanlagenbauer, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, außerdem Elektrotechniker, Elektromaschinenbauer, Augenoptiker, Hörakustiker und Metallbauer.

ZDH: Handwerksbetriebe bilden 29 Prozent aller Azubis aus

Gut eine Million Handwerksbetriebe mit knapp 5,6 Millionen Mitarbeitern - das sind etwa 12 Prozent aller Erwerbstätigen - sind in Deutschland eingetragen. Weit größere Bedeutung hat das Handwerk noch für die Berufsausbildung. Handwerker bilden etwa 360.000 Lehrlinge aus, laut ZDH sind das 29 Prozent aller Azubis.
Im vergangenen Jahr schlossen die deutschen Handwerker 132.129 neue Lehrverträge ab, 2.000 mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Doch rund 18 800 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt. Nach Daten der Handwerkskammern waren im Mai noch 33.705 Ausbildungsplätze unbesetzt. Allerdings sei der Ausbildungsmarkt im Moment noch stark in Bewegung.
Quelle: Carsten Hoefer, dpa

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