: Wetterdienst: Waldbrandgefahr sehr hoch

18.06.2021 | 06:23 Uhr
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) rast der Waldbrandgefahrenindex auf die höchste Waldbrandwarnstufe zu. Die Experten sehen vor allem im Nordosten Deutschlands eine hohe Gefahr.
Die Gefahr für Waldbrände steigt mit der ersten Hitzewelle des Jahres. In Brandenburg gilt fast im ganzen Bundesland die höchste Alarmstufe. Eine Bahnstrecke musste gesperrt werden.
Mit der ersten Hitzewelle des Jahres in Deutschland steigt die Gefahr von Waldbränden weiter an. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigte für das Wochenende einschließlich Freitag alarmierende rote bis dunkelrote Flecken.
Auch über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Hitze mittlerweile hereingebrochen. 34,7 Grad Celsius wurden demnach etwa in Genthim im Kreis Jerichower Land gemessen. Der heißeste Ort Deutschlands war am Donnerstag der Flughafen Münster/Osnabrück mit einer Spitzentemperatur von 35,5 Grad.
Ein heißer Freitag steht bevor bei Temperaturen zwischen 24 und 37 Grad. Zum späten Nachmittag kann es im Westen zu unwetterartigen Starkböen, Gewitter und Hagel kommen.

Waldbrandgefahr am Wochenende hoch

Der Walsbrandgefahrenindex rase aufgrund der anhaltenden Hitze auf die höchste Waldbrandwarnstufe zu, sagte ein DWD-Sprecher. Die Wetterexperten sehen vor allem im Nordosten Deutschlands eine hohe Gefahr. Dort seien die obersten Bodenschichten zu trocken.
DWD-Waldbrandexperte Christopher Böttcher fasst es so zusammen: Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschläge, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind wichtige Faktoren.
Der deutsche Wald leidet. Worauf kommt es jetzt für die Zukunft unserer Wälder an? Das diskutieren Ex-Forstdirektor Lutz Fähser und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Brandenburg besonders hart betroffen

Brandenburg ist Jahr für Jahr besonders stark von Waldbränden betroffen, denn häufig regnet es in dem Bundesland nicht, wenig oder nur sehr lokal. Kommen die Winde aus dem Norden, sorgen Skandinaviens Gebirge dafür, dass nur noch eine trockene Strömung in Brandenburg ankommt, wie ein DWD-Meteorologe erklärte.
Aus dem Südwesten stauten sich Gewitter meist über dem Mittelgebirge, Wolken regneten sich ab, nur noch ein kleiner Restniederschlag komme in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg an. Das Land um Berlin leidet zudem unter den sandigen Böden, die den Regen nicht lange halten können.

Nicht in Wäldern rauchen oder grillen

Auch in anderen Ländern wie Bayern, Sachsen und Niedersachsen nimmt die Gefahr von Waldbränden mit jedem Tag zu. Die Forstverantwortlichen warnten davor, in Wäldern zu rauchen, zu grillen oder Lagerfeuer zu entzünden.
Die Waldbrandzentralen in den Ländern sind ab Gefahrenstufe 3 besetzt und überwachen mit Sensoren das Geschehen. In Brandenburg etwa arbeiten zwei solcher Zentralen in Zossen (Teltow-Fläming) und Eberswalde (Barnim). Innerhalb weniger Minuten können die Mitarbeiter Informationen über Brände an die jeweiligen Leitstellen in den Regionen weitergeben.
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Kühler erst Anfang nächster Woche

Entspannung ist nach DWD-Angaben erst am Wochenende mit zunehmender Gewitterwahrscheinlichkeit in Sicht. Eine großflächige Gewitterfront, die der aktuellen Hitzewelle ein Ende bereite, werde aber erst Anfang der Woche erwartet und berge auch Unwetterrisiken.
Quelle: dpa

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