: So ist die Lage im Westen

20.07.2021 | 16:52 Uhr
In den besonders vom Hochwasser betroffenen Gebieten suchen Einsatzkräfte noch immer nach Vermissten, räumen auf. So ist die Lage in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz:
Wie geht es den Menschen in den betroffenen Hochwasser-Gebieten?
Die Hochwasserkatastrophe nach Stark- und Dauerregen hat in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz große Schäden verursacht. Fast 200 Menschen sind gestorben. Hunderte gelten noch immer als vermisst. Die Suche nach den Vermissten und die Aufräumarbeiten dauern an. Doch langsam stabilisiert sich die Lage.
Welche Gebiete sind besonders stark betroffen? Wie ist die Situation heute? Und: Wie geht es weiter?

Die Hochwasser-Lage in Nordrhein-Westfalen

Nach der Unwetterkatastrophe in NRW hat sich vielerorts die Hochwasserlage beruhigt. Viele müssen jedoch immer noch ohne Wasser, Strom oder Gas auskommen.

Diese Gebiete sind betroffen:

  • Städteregion Aachen
  • Düren
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Euskirchen (Bad Münstereifel)
  • Hagen
  • Kreis Heinsberg
  • Köln
  • Leverkusen
  • Märkischer
  • Kreis Mettmann
  • Mülheim an der Ruhr
  • Oberbergischer Kreis
  • Oberhausen
  • Rhein-Erft-Kreis (Erftstadt)
  • Rheinisch-Bergischer-Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Solingen
  • Wuppertal
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So ist die Lage am Dienstag:
In Erftstadt dürfen die Menschen in den kommenden Tagen zeitweise in ihre Häuser zurückkehren, um Hab und Gut zu sichern. Dabei werden sie von Hilfskräften begleitet.
Die vom Regen durchweichte Steinbachtalsperre in der Nähe von Euskirchen scheint zu halten: Ein Dammbruch ist nicht mehr zu befürchten.
Zeitgleich häufen sich Nachrichten von Betrügern, die die Hochwasserkatastrophe nutzen wollen: etwa mit gefälschten Internetshops für Bautrockner und Spendenaufrufen. Vereinzelt gab es Einbrüche.
In Rheinland-Pfalz gibt es nach der Hochwasser-Katastrophe vielerorts keinen Strom, kein Trinkwasser und weniger Praxen. Hygiene und medizinische Versorgung werden zu Problemen.
Der Fernverkehr läuft in Nordrhein-Westfalen wieder lückenlos. Reisende im Nah- und Regionalverkehr müssen jedoch weiter mit Einschränkungen rechnen. Das Hochwasser hat Brücken, Schienen-Strecken und Bahnstationen zerstört oder beschädigt. Die Bahn spricht von Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen, die Wochen bis Monate dauern werden.
Wie geht es jetzt weiter?
Bei einem Besuch in Bad Münstereifel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Betroffenen schnelle Hilfe zugesagt. Gemeinsam mit dem Bundesland soll es "unbürokratische Soforthilfen" geben.

Die Hochwasser-Lage in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird nach dem Hochwasser immer deutlicher sichtbar, wie groß die Schäden sind - auch an Orten, die bislang nicht so sehr im Fokus standen.

Diese Gebiete sind betroffen:

  • Landkreis Ahrweiler (Bad Neuenahr-Ahrweiler, Schuld)
  • Landkreis Bernkastel-Wittlich
  • Eifelkreis Bitburg-Prüm
  • Landkreis Trier-Saarburg
  • Landkreis Vulkaneifel
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So ist die Lage am Dienstag:
An der Ahr wird die Bevölkerung davor gewarnt, das Leitungswasser zu trinken. Wie das Pressezentrum Hochwasser-Ahrweiler mitteilte, sei das Wasser durch Heizöl, Abwasser sowie Schlamm und Unrat stark verunreinigt.
Im Ahrtal werden seit heute Menschen mithilfe eines Impfbusses geimpft. Hier können auch Schnelltests gemacht werden.
Wegen massiven Ausfällen im Mobilfunknetz wurden ein dutzend Satellitenschüsseln aufgebaut. So könnten die Menschen dort Zugang zum Internet bekommen.
In vielen betroffenen Regionen ist die Hilfsbereitschaft nach der Unwetter-Katastrophe groß – doch manche nutzen die Situation auch aus. ZDF-Korrespondent Bobby Cherian berichtet.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert neue Sirenentöne, um Menschen in Risikogebieten in Zukunft rechtzeitig zu warnen.
Im Kreis Ahrweiler werden alle Hotels und sonstigen Unterkünfte angeschrieben, um Gästelisten mit Vermisstenmeldungen abzugleichen.

Angst vor Sprung der Inzidenz in Hochwasser-Gebieten

In beiden Bundesländern wächst die Sorge, dass die Hochwasserkatastrophe zu steigenden Corona-Infektionszahlen führen könnte. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will das verhindern, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften.
Verfolgen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Hochwasser-Katastrophe im Liveblog:
Quelle: ZDF, dpa

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