: Katastrophenfall auch in Bayern

18.07.2021 | 18:43 Uhr
Die massiven Regenfälle hören nicht auf: Am Samstagabend trafen schwere Unwetter Teile Bayerns, Sachsens und Österreichs. Ein Landkreis in Bayern rief den Katastrophenfall aus.
Während im Westen das Wasser abläuft, gab es in Sachsen und Bayern neue Regenmassen. Der Landkreis Berchtesgadener Land rief sogar den Katastrophenfall aus.
Während die Wassermassen nach den katastrophalen Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vielerorts zurückgingen und die Aufräumarbeiten laufen, verursachten heftige Regenfälle in Südostbayern, in der Sächsischen Schweiz und in Österreich weitere Überschwemmungen und Erdrutsche.
Sie hatten zwar nicht die Ausmaße wie im Westen - allerdings ist in Bayern keine Entspannung in Sicht.

Bayern: Katastrophenfall im Berchtesgadener Land

Im besonders betroffenen Berchtesgadener Land waren nach offiziellen Angaben rund 900 Hilfskräfte in den besonders betroffenen Orten im Einsatz. Der Landkreis rief den Katastrophenfall aus.
Heftige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Ein Opfer starb dem Landkreis zufolge an einer natürlichen Ursache. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen.
Überflutete Straßen, Erdrutsche, evakuierte Häuser: Vielerorts mussten Menschen in Sachsen und Bayern in Sicherheit gebracht werden. Worauf stellen sich die Leute ein?
Einsatzleiter Anton Brandner sprach von dramatischen Szenen:
Fahrzeuge auf den Straßen wurden zum Spielball der Wassermassen.
Einsatzleiter Anton Brandner (Berchtesgadener Land)
Betroffen waren in Bayern vor allem die Orte:
  • Berchtesgaden
  • Bischofswiesen
  • Schönau am Königssee
  • Marktschellenberg
  • Ramsau im äußersten Südosten Bayerns
  • Passau
  • Bayerischer Wald
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sicherte den vom Hochwasser betroffenen Menschen Hilfe und Unterstützung zu. "Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht", sagte er bei einem Besuch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in Schönau am Königssee.

Überschwemmungen nach starkem Regen auch in Sachsen

Immense Regenfälle verursachten am Samstag auch in Teilen Sachsens Überschwemmungen und Erdrutsche. Örtlich fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. In der Sächsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden vorübergehend nicht erreichbar.
Grundstücke, Häuser, Straßen und Bahnanlagen wurden überschwemmt. Landesumweltminister Wolfram Günther (Grüne) erklärte am Sonntag, die in den vergangenen Jahren errichteten Hochwasservorrichtungen hätten Schlimmeres verhindert. Am Sonntag entspannte sich die Lage.
In einigen Regionen in Sachsen kam es ebenfalls zu Überschwemmungen, viele Orte sind nicht mehr erreichbar. Im Erzgebirge hat der Bach Polenz das Stadtzentrum von Neustadt überflutet.

Schwere Unwetter auch in Österreich

Heftiger Regen fiel am Wochenende zudem in Österreich. Betroffen waren etwa Salzburg, Tirol und Wien. In Hallein an der Grenze zu Bayern wurden Teile der Altstadt überflutet.
Die Behörden sicherten am Sonntag tiefer gelegene Teile der Stadt gegen eine neuerliche Überflutung, wie ein Sprecher sagte. Zugleich seien Aufräumarbeiten in der Altstadt im Gange. "Wir gehen von einem Millionenschaden aus." Einige Gebäude sowie Teile der Infrastruktur seien schwer beschädigt. Auch in Kufstein in Tirol standen Teile der Stadt unter Wasser.
Alle Entwicklungen zu den katastrophalen Überschwemmungen im Liveblog:
Quelle: dpa, epa

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