: Zwölf Tote in Heim für Beeinträchtigte

16.07.2021 | 13:08 Uhr
Bei den Fluten im Westen Deutschlands sind in einem Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung mehr Menschen gestorben als zunächst angenommen. Die Zahl der Toten stieg auf zwölf.
Das Haus der Lebenshilfe in Sinzig. Starkregen führte auch hier zu extremen Überschwemmungen. Quelle: dpa
Unter den Hochwassertoten in Rheinland-Pfalz sind auch zwölf Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig, wie das Innenministerium Rheinland-Pfalz ZDFheute bestätigte.
Von den insgesamt 13 Menschen in der Einrichtung konnte eine Person lebend gerettet werden, sie befindet sich in medizinischer Betreuung. Am Vortag war von neun Verstorbenen die Rede.
Starkregen, Überflutungen, eingestürzte Häuser: Der Westen Deutschlands ist von Hochwasser schwer getroffen worden. Einige Talsperren stehen massiv unter Druck.

Nachtwache konnte nicht mehr helfen

Der Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe, Stefan Möller, sagte der "Bild"-Zeitung am Freitag, das Gebäude hätte auf Bitten der Feuerwehr eigentlich evakuiert werden sollen, eine Nachtwache sei im Nachbarhaus gewesen. "Doch als der Mitarbeiter rüber ist, kam die Flutwelle - er kam nicht mehr raus und konnte keine Hilfe leisten", sagte Möller. "Das ist fürchterlich - unsere Mitarbeiter sind traumatisiert, helfen aber noch, so gut sie können."
Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen in Sicherheit gebracht werden konnten, heißt es auch vom Innenministerium. Das Erdgeschoss des Gebäudes in Sinzig sei so schnell und mit solcher Wucht vollgelaufen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner kaum eine Chance gehabt hätten, heißt es von der Lebenshilfe.

60 Menschen in Rheinland-Pfalz bei Fluten gestorben

Bei den Fluten sind in Rheinland-Pfalz laut derzeitigem Stand 60 Menschen ums Leben gekommen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer bestätigt hat. Insgesamt sind mindestens 103 Menschen durch die Katastrophe gestorben.
Alle aktuellen Meldungen zur Unwetter-Katastrophe in unserem Liveblog:
Quelle: dpa