: Wie das Luftabwehrsystem Iris-T funktioniert

01.06.2022 | 15:19 Uhr
Olaf Scholz hat im Bundestag der Ukraine das Luftabwehrsystem Iris-T versprochen, das ganze Großstädte vor russischem Raketenbeschuss schützen soll. Was kann das System?
Scholz sagt der Ukraine das Flugabwehrsystem Iris-T zu.Quelle: dpa
Iris-T sei das modernste Flugabwehrsystem, über das Deutschland derzeit verfüge. Mit diesen Worten hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Bundestag der Ukraine das Gerät zum Schutz vor russischem Raketenbeschuss versprochen.
Die Abkürzung Iris-T steht für "Infra Red Imaging System Tail". Dabei handelt es sich um Lenkflugkörper mit kurzer Reichweite. Eine Iris-T-Rakete wiegt, so die Beschreibung der Bundeswehr, 88 Kilogramm, ist fast drei Meter lang und hat einen Durchmesser von circa 12 Zentimetern.

Zuvor hatte CDU-Chef Merz den Kanzler wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg scharf kritisiert.

01.06.2022 | 44:57 min

Automatisierte Zielsuche via Infrarot

Zur Zielerfassung und -verfolgung ist das System mit einem Infrarot-Suchkopf ausgestattet und mit digitaler Signalverarbeitung. Es ist damit in der Lage, zwischen der Wärmequelle eines Ziels und Infrarot-Täuschobjekten zu unterscheiden.
Iris-T verfügt über ein 360-Grad-Radar, mit dem der Luftraum überwacht und Zieldaten bereitgestellt werden können. Weiterer Vorteil: Es kann mehrere Ziele gleichzeitig bekämpfen und ist allwettertauglich.

Raketenabwehr aus der Luft und vom Boden aus

Der Flugkörper wird aerodynamisch gesteuert und ist auf hohe Manövrierfähigkeit ausgelegt. Die Raketen sind Bestandteil der Ausstattung der Bundeswehr und werden in der Luftwaffe eingesetzt.

Weitere Lieferung: Mehrfachraketenwerfer Mars II

Kanzler Scholz hat am Mittwoch im Bundestag der Ukraine auch vier Mehrfachraketenwerfer Typ Mars II aus Beständen der Bundeswehr zugesagt: Lieferung möglichst bis Ende Juni. Die Ausbildung an Mars II übernähme die US-Armee. Die Bundeswehr nutzt seit 1990 das Mittlere Artillerieraketensystem Mars II. Sie treffen, je nach Munition, Ziele in zehn bis 40 Kilometern Entfernung. Die Abschussbatterien mit bis zu 12 Raketen sind auf Kettenfahrzeugen montiert, die bis 50 Stundenkilometer schnell fahren können.

Quelle: dpa

Das taktische Luftverteidigungssystem ist jedoch unabhängig von einem Trägergerät. Durch standardisierte Rahmen lässt es sich auch auf Fahrzeugen über Land transportieren oder in Eisenbahnwaggons.
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Quelle: dpa, ZDF

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