: Deutscher Astronaut Maurer zur ISS gestartet

11.11.2021 | 06:04 Uhr
Mehrfach war der Start verschoben worden. Aber jetzt ist mit Matthias Maurer zum ersten Mal seit drei Jahren wieder ein deutscher Astronaut in Richtung ISS gestartet.
Vier Astronauten, darunter auch der Deutsche Matthias Maurer, sind im Anflug auf die Internationale Raumstation – es ist das größte menschengemachte Objekt im All. Sechs Monate wird Maurer im High-Tech-Modul Columbus-Modul arbeiten.
Erstmals seit drei Jahren ist mit Matthias Maurer wieder ein deutscher Astronaut im All. Der 51-jährige Saarländer startete am Donnerstag gemeinsam mit drei Nasa-Kollegen mithilfe einer "Falcon 9"-Rakete an Bord eines "Crew Dragon" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zur Internationalen Raumstation ISS.

Start mehrfach verschoben

Einige durchziehende Regenschauer hatten noch Sorge bereitet, verzogen sich dann aber rechtzeitig. "Es war ein perfekter Start", sagte Nasa-Manager Steve Stich danach.
Der ursprünglich für das letzte Oktober-Wochenende geplante Start war zuvor mehrfach verschoben worden - erst wegen schlechter Wetterbedingungen, dann wegen eines "kleineren medizinischen Problems" bei einem der Crew-Mitglieder, und schließlich musste erst eine andere Crew von der ISS zurückgeholt werden.
Es waren zwei sehr aufregende Wochen und wir haben herausgefunden, was wir für ein vielseitiges, wachsames und großartiges Team haben.
Kathy Lueders, Nasa-Managerin
Es handelt sich um den dritten Astronauten-Transport zur ISS mit einem Raumschiff von SpaceX, zuvor hatte es schon einen erfolgreichen bemannten Test mit einem "Crew Dragon" gegeben.
Sehen Sie hier den kompletten Start des SpaceX-Raumschiffs:
Erstmals seit drei Jahren ist mit Matthias Maurer wieder ein deutscher Astronaut im All. Sehen Sie hier den kompletten Start der Rakete im Video.

22 Flugstunden zur ISS

Nach rund 22 Flugstunden sollen Maurer und seine Nasa-Kollegen Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron - die sogenannte "Crew-3" - am Freitag an der ISS andocken. Als Maskottchen nahmen sie eine Stoff-Schildkröte mit an Bord, die kurz nach dem Start zu schweben begann und so den Beginn der Schwerelosigkeit anzeigte. Chari und Barron gehören einer Astronauten-Auswahlgruppe der Nasa an, die liebevoll als "Schildkröten" bekannt ist.
Maurer ist nun der zwölfte Deutsche im All, soll der vierte auf der ISS werden - und ist der erste, der in einem "Crew Dragon" der privaten Raumfahrtbehörde SpaceX von Elon Musk fliegt. Wenige Stunden vor dem Start verabschiedete er sich via Kurznachrichtendienst Twitter vorübergehend von der Erde. "Unser Drache hat lange genug gewartet", schrieb Maurer. "Die nächsten Updates kommen aus dem Orbit!"
Der Astronaut soll auf der ISS in rund 400 Kilometern Höhe etwa sechs Monate lang zahlreiche Experimente durchführen, außerdem soll der Astronaut der europäischen Weltraumorganisation (Esa) wohl auch einen Außeneinsatz absolvieren. Zuletzt war 2018 mit Alexander Gerst ein deutscher Esa-Astronaut im All gewesen.

Astro-Alex Alexander Gerst gratuliert zum Bilderbuchstart

Alexander Gerst hat seinem Kollegen Matthias Maurer nach dessen Aufbruch zur Internationalen Raumstation ISS am Donnerstag zu einem "Bilderbuchstart" gratuliert. "Aus meiner Sicht war das ein toller Start", sagte Gerst der Deutschen Presse-Agentur am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral. Alles sei "super gelaufen".
Ich bin bis zuletzt draußen geblieben und habe denen zugeschaut bis die im Orbit waren, bis die Triebwerke aus waren - und das war schön.
Alexander Gerst
Maurer ist mit 51 Jahren der älteste deutsche Raumfahrer bei einem Erstflug. Der Mann mit einem Doktortitel in Materialwissenschaft ließ nach seiner Bewerbung bei der Esa mehr als 8.000 Kandidaten hinter sich und trainierte jahrelang für die Reise in die Schwerelosigkeit.
Quelle: dpa

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