: Protest und Gewalt bei Kirchenführer-Weihe

05.09.2021 | 13:16 Uhr
Gegner der serbisch-orthodoxen Kirche in Montenegro haben versucht, die Einführung des neuen Oberhaupts zu verhindern. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein.
Bei der Amtseinführung des neuen Oberhaupts der serbisch-orthodoxen Kirche kam es in Montenegro zu Blockaden und Protesten.
Die Einführung des neuen serbisch-orthodoxen Kirchenführers in Montenegro ist von Unruhen, Protesten und Straßenkämpfen überschattet worden. 1.800 Polizisten schützten die Zeremonie im Kloster der historischen Hauptstadt Cetinje. Der staatliche Sender RTCG zeigte, wie das neue Oberhaupt Metropolit Joanikije und der serbische Patriarch Porfirije nach der Ankunft mit dem Hubschrauber von schwerbewaffneten Bereitschaftspolizisten in das Kloster gebracht wurden.
Die Demonstranten wollten die Amtseinführung von Joanikije verhindern. Sie errichteten Blockaden aus Müllcontainern, Reifen und großen Steinen an den Zufahrten nach Cetinje und lieferten sich vor dem Kloster Straßenschlachten mit der Polizei. Die Demonstranten warfen Steine, die Polizei antwortete mit Tränengas. Einige der Demonstranten gaben auch Schüsse in die Luft ab. Die Polizei löste Blockaden gewaltsam auf. 16 Personen wurden festgenommen oder verhaftet, sieben Polizisten verletzt, berichtete das Nachrichtenportal "vijesti.me".

Demonstranten wollen Unabhängigkeit

Montenegro hatte sich 2006 für unabhängig von Serbien erklärt. Die Montenegriner sind tief gespalten über die Beziehungen ihres Landes zum benachbarten Serbien und zur serbisch-orthodoxen Kirche, die die dominierende religiöse Institution des Landes ist. Etwa 30 Prozent der 620.000 Einwohner Montenegros bezeichnen sich als Serben. Seit der Abspaltung Montenegros von Serbien setzen sich die Unabhängigkeitsbefürworter in Montenegro für eine anerkannte orthodoxe christliche Kirche ein, die von der serbischen Kirche unabhängig ist.
Der Vorgänger von Joanikije an der Spitze der Kirche in Montenegro, Amfilohije, war im Oktober an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.
Quelle: dpa, AP