: Lehmann: Bis zu vier Elternteile für Kinder

14.01.2022 | 13:29 Uhr
Die Zeiten der klassischen Familie sind schon lange vorbei. Künftig sollten Kinder mehr als zwei Elternteile haben können, fordert der Queer-Beauftragte Sven Lehmann.
Künftig soll es mehr Möglichkeiten im Sorgerecht geben.Quelle: imago
Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, setzt sich dafür ein, dass Kinder künftig mehr als zwei Elternteile haben können. Das sagte der Grünen-Politiker den Funke- Medien.
Als ein Beispiel nannte Lehmann: "Mutter und Mutter trennen sich, beide haben neue Partner. Die beiden neuen Partner sollen dann das kleine Sorgerecht bekommen können, wenn sie möchten."

Lehmann: Kinder rechtlich besser absichern

Von so einer Änderung würden nicht nur Regenbogenfamilien profitieren, sondern auch Patchworkfamilien. Gleichzeitig seien auch die Kinder rechtlich besser geschützt, sagte Lehmann.
Bislang habe ein Kind, wenn es in eine Ehe mit zwei Frauen hineingeboren wird, per Gesetz nur ein Elternteil. Werde ein Kind dagegen in eine Ehe mit Vater und Mutter hineingeboren, habe es zwei Eltern.
Das wollen wir ändern, um die Ehen gleichzustellen, aber auch, um die Situation der Kinder abzusichern. Denn wenn heute der leiblichen Mutter etwas passiert, ist das Kind quasi Waise.
Sven Lehmann, Queer-Beauftragter
Als weiteres wichtiges Thema will Lehmann den Schutzstatus für sexuelle Vielfalt im Grundgesetz verankern. "Im Grundgesetz steht eben leider noch nicht, dass es auch dieses Diskriminierungsverbot aufgrund der Sexualität gibt - das Geschlecht steht drin", hatte Lehmann am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin gesagt.
Quelle: epd, KNA

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