: Brasilien: Widerstand aus der Wirtschaft

07.07.2020 | 20:26 Uhr
Immer mehr Regenwald in Brasilien fällt der Landwirtschaft und dem Bergbau zum Opfer. Doch auch die Wirtschaft wehrt sich gegen den Raubbau.
Archiv, Brasilien, Canutama: Verbranntes und abgeholztes Land ist nahe Canutama zu sehen.Quelle: dpa
Der Widerstand aus der Wirtschaft gegen die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes wächst auch in Brasilien. 39 brasilianische Unternehmen, darunter einige der größten des Landes, formulierten am Dienstag gemeinsam ihre Bedenken hinsichtlich der fortschreitenden Zerstörung der Wälder.
Damit schlagen sie sich auf die Seite internationaler Investoren. Diese fordern seit längerem und mit deutlich mehr Vehemenz vom rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro ein Ende des Abholzens und drohen mit Abzug von Geldern.

Große Unternehmen unterschreiben

Auf der Unterschriftenliste stehen viele der großen börsennotierten Unternehmen Brasiliens, wie die Bank Itau Unibanco, der Bergbaukonzern Vale, die Brauerei Ambev und der staatliche Stromversorger Eletrobras. Auch einige in der Region leitende Manager von ausländischen Konzernen wie Shell, Microsoft, Bayer und dem Rohstoffhändler Cargill unterzeichneten.

Unter Bolsonaros Ägide hat die Abholzung des größten Regenwaldes der Erde drastisch zugenommen. Für den Zeitraum von August 2018 bis Juli 2019 meldete das brasilianische Weltrauminstitut INPE die Rodung einer Fläche von 10.129 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Größe des Libanon und einem Anstieg von 34,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Investoren drohen mit Rückzug

Umweltschützer kreiden das vor allem der Politik des Präsidenten an, da er den Ausbau von Bergbau und Landwirtschaft im Amazonasgebiet forciert. Immer mehr Anleger legen allerdings großen Wert darauf, dass ihr Geld nachhaltig angelegt wird - der Klimawandel gehört Experten zufolge zu den großen langfristigen Investmenttrends.
Bereits vergangenen Monat drohten sieben große europäische Investmentfirmen, die mehr als zwei Billionen Dollar an Vermögen verwalten, mit ihrem Rückzug aus brasilianischen Anlagen, wenn keine Fortschritte bezüglich eines Rodungs-Stopps im Amazonas-Gebiet zu sehen seien.
Quelle: Reuters

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