RKI meldet knapp 14.000 Neuinfektionen

17.01.2021 | 10:45 Uhr
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 13.882 Corona-Neuinfektionen. Das sind gut 3.000 weniger als am Sonntag voriger Woche. 445 weitere Menschen starben.
Der Eingang zum Robert Koch-Institut. Quelle: David Hutzler/dpa
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und 445 weitere Todesopfer gemeldet. Am Vortag hatte das RKI von 18.678 Neuinfektionen berichtet. Am Sonntag sind die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.
Wie das RKI am Morgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden um 13.882 auf 2.033.518 Fälle.

Zahlen werden wieder belastbarer

Die Zahlen waren wegen der geringeren Zahl von Tests und Meldungen über die Feiertage lange nicht belastbar gewesen - Merkel hatte aber den 17. Januar - diesen Sonntag - immer als Termin genannt, ab dem wieder Klarheit herrschen könnte. In seinem Lagebericht vom Samstagabend schrieb jetzt das RKI:
Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren.
RKI
Diese Zahlen bilden allerdings nur das Infektionsgeschehen eines einzelnen Tages ab. Durch Nachmeldungen und Verzögerungen in der Meldekette bis zum RKI - zum Beispiel wird am Wochenende weniger getestet - unterliegt die Zahl der neu dazugekommenen Corona-Infektionen großen Schwankungen. 

ZDFheute zeigt Entwicklungen früher

ZDFheute greift in der Berichterstattung auch Zahlen des RKI auf. Zentrale Grundlage stellen aber die von der Firma Risklayer gesammelten Daten dar, auf deren Zahlen auch die Grafiken zur Corona-Lage in Deutschland basieren. Zusammen mit Mitarbeitern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sammelt Risklayer mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise. Um schnell auf einen regionalen Corona-Ausbruch reagieren zu können, sind diese Daten besser geeignet als jene der Landesgesundheitsämter und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wegen einer langen Meldekette hinken Landes- und Bundesbehörden dem Infektionsgeschehen in der Regel um mehrere Tage hinterher. Welche Daten für regionale Corona-Maßnahmen ausschlaggebend sind, ist von Land zu Land verschieden.
Aussagekräftiger ist deshalb der 7-Tage-Schnitt. Zusammen mit Mitarbeitern des "Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology" (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt die Firma Risklayer mehrmals täglich Daten aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte und liefert deshalb aktuellere Daten als das RKI. 
Im Schnitt kommen laut deren Daten derzeit täglich 17.610 Neuinfektionen in Deutschland dazu. 
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Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46.419 Fälle. Doch auch bei den Todeszahlen ist der 7-Tage-Schnitt aufgrund von Nachmeldungen aussagekräftiger. Im Schnitt sterben derzeit jeden Tag 868 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19. 
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Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 136. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Unterschiede zwischen den Ländern noch immer enorm

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 274 und Sachsen mit 253. Den niedrigsten Wert haben Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils 86 gefolgt von Niedersachsen mit 92.
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,95 (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Was bedeuten die verschiedenen Zahlen Corona-Zahlen?

Eine Zahl alleine reicht nicht, um die Lage der Pandemie abschätzen zu können. Dazu müssen alle in diesem Artikel dargestellten Zahlen miteinbezogen werden.

Einen Überblick über die wichtigsten Corona-Zahlen in einfacher Sprache und animierten Grafiken finden Sie in diesem Überblick.

Warum gibt es unterschiedliche Fallzahlen zum Coronavirus?

Das ZDF greift bei den Fallzahlen zum Coronavirus auf unterschiedliche Datenquellen zurück. Für Deutschland liefert Risklayer die aktuellsten Zahlen. Zusammen mit Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt die Firma mehrmals täglich Daten aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte.

Diese erhalten Meldungen über neue Corona-Infektionen direkt von den Ärzten und Laboren. Anschließend verschicken die Ämter die Daten an die Gesundheitsbehörden der Bundesländer. Erst dann landen sie beim RKI, das sie wiederum an die Weltgesundheitsorganisation WHO übermittelt. Deshalb können die Zahlen in den verschiedenen Quellen variieren.

Die Zahlen zu bekannten Corona-Infektionen in anderen Ländern stammen von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität (JHU). Die Universität greift Zahlen aus vielen unterschiedlichen Quellen ab, darunter die Landesgesundheitsämter sowie Risklayer. Oft ist aber nicht bekannt, aus welchen Quellen sich die JHU aktuell bedient. Auch methodisch ist nicht bei allen Ländern klar, wie die JHU vorgeht.

Warum hat sich der Verlauf einiger Kurven im Herbst etwas geändert?

Wegen Unregelmäßigkeiten in den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hat sich ZDFheute entschieden, auch bei der bundesweiten Gesamtzahl der Corona-Fälle, der Zahl der Neuinfektionen sowie der Zahl der Todesfälle auf Daten von Risklayer zurückzugreifen. Diese bilden das Infektionsgeschehen in Deutschland besser ab.

Warum berechnet ZDFheute einen Sieben-Tage-Schnitt?

Der Tag, an dem die Neuinfektionen bekannt werden, ist nicht der Tag, an dem sich Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Meldungen erfolgen in der Regel verzögert: Am Wochenende werden weniger, während der Woche mehr Fälle bekannt. Wegen dieser Unschärfe berichten wir in unseren Grafiken in der Regel über die durchschnittliche Anzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage - und nicht über Neuinfektionen an einem einzelnen Tag.

Wie viele Menschen wurden bisher geimpft?

Seit Ende Dezember werden in Deutschland Menschen gegen Covid-19 geimpft. Einen tagesaktuellen Überblick über die Meldezahlen gibt es in diesem Artikel.

Was bedeutet die Reproduktionsrate (R)?

Der Reproduktionswert R gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI schätzt diesen Wert - die tatsächliche Höhe kann deshalb aufgrund statistischer Unsicherheiten leicht abweichen.

Liegt der Wert dauerhaft über 1, ist die Pandemie auf dem Vormarsch. Beim Coronavirus "ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten", so das RKI. Der im Artikel dargestellte 7-Tage-Wert bildet den Stand des Infektionsgeschehens von vor einer Woche ab. Für die Tage danach kann laut RKI noch keine zuverlässige Aussage gemacht werden.

Der R-Wert kann alleine nicht herangezogen werden, um über neue Corona-Maßnahmen entscheiden zu können. Dazu müssen auch andere Werte wie die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle oder belegten Intensivbetten betrachtet werden.

Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen?

Wer mehr testet, findet auch mehr Corona-Infektionen. Deshalb müsse man sich keine Sorgen wegen steigender Fallzahlen machen. Ob das stimmt, wird in diesem Artikel erklärt.

In welches Land kann ich noch reisen?

Die Liste aller Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts können Sie in diesem aktuellen Artikel einsehen.

Wann ist unser Gesundheitssystem überlastet?

Inwiefern sich die Corona-Pandemie auf die Auslastung der Krankenhäuser auswirkt, und welche Rolle die Intensivbetten dabei spielen, erklären Experten in diesem Artikel.

Warum zeigt das ZDF nicht die Zahl der Genesenen?

Weil es dazu keine verlässlichen Daten gibt. In Deutschland sind Genesungen nicht meldepflichtig, demnach werden diese auch gar nicht erfasst. Die Zahlen, die unter anderem das RKI regelmäßig veröffentlicht, beruhen lediglich auf Schätzungen.
Quelle: AFP, dpa, ZDF

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