: Fast jeder Zehnte hat schwere Behinderung

22.06.2022 | 13:15 Uhr
Die Zahl der Menschen mit einer schweren Behinderung ist in Deutschland etwas zurückgegangen. Fast jeder Zehnte hat laut einer aktuellen Statistik einen Schwerbehindertenausweis.
Die Mehrheit der schweren Behinderungen entstand durch Krankheiten, rund drei Prozent waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Quelle: dpa
Fast jeder zehnte Mensch in Deutschland hat laut aktuellen Erhebungen eine schwere Behinderung. Zum Jahresende 2021 waren rund 7,8 Millionen schwerbehindert, und damit 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dass dies rund 108.000 oder 1,4 Prozent weniger als zum Jahresende 2019 waren, ist auf eine starke Bereinigung der Verwaltungsdaten in Niedersachsen zurückzuführen, wie es hieß.
Als schwerbehindert gelten Personen, denen die Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent zuerkannt sowie einen gültigen Ausweis ausgehändigt haben. 50,3 Prozent der Betroffenen waren Männer, 49,7 Prozent Frauen. Knapp die Hälfte aller schwerbehinderten Menschen waren zwischen 55 und 74 Jahre alt. Nur knapp drei Prozent (198.000) der Betroffenen waren jünger als 18 Jahre.

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Großteil mit körperlicher Behinderung

90 Prozent der schweren Behinderungen wurden durch eine Krankheit verursacht, rund drei Prozent waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Nur knapp ein Prozent der Einschränkungen waren laut den Daten auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.
Körperliche Behinderungen hatten 58 Prozent der Schwerbehinderten. In der Reihenfolge der Häufigkeit waren Organe, Gliedmaßen, Wirbelsäule, Augen oder Ohren betroffen. Auch der Verlust einer oder beider Brüste war in zwei Prozent der Fälle Grund für die Schwerbehinderung. Geistige oder seelische Behinderungen hatten insgesamt 14 Prozent.
Bei mehr als einem Fünftel der Schwerbehinderten war vom Versorgungsamt der höchste Grad der Behinderung von 100 festgestellt worden. Gut ein Drittel hatte einen Behinderungsgrad von 50.
Quelle: kna, dpa

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