: Fernreise extrem: Urlaub im All ab 2022

19.02.2020 | 14:54 Uhr
100 Millionen Dollar soll der Spaß kosten: Dafür will das US-Unternehmen SpaceX vier Weltraumtouristen so tief ins All bringen wie nie zuvor. Und wieder zurück.
Spätestens 2022 sollen die vier Weltraumtoruisten ihre Reise ins All antreten. (Archivbild)Quelle: EPA
Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen von Elon Musk will im Rahmen einer Firmenpartnerschaft die vier Touristen zwei- bis dreimal so weit in den Weltraum fliegen, wie die Raumstation ISS von der Erde entfernt ist. SpaceX schloss dazu einen Kooperationsvertrag mit dem US-amerikanischen Anbieter für Weltraumtourismus namens Space Adventures ab.
Spätestens bis zum Jahr 2022 sollen die vier Menschen ins All und wieder zurück zu befördert werden, sagte Space-Adventures-Chef Tom Shelley. Mindestens 100 Millionen Dollar könnte der Abenteuerurlaub kosten, das wären nach heutigem Wechselkurs rund 92 Millionen Euro. Die Dauer des Ausflugs - und damit die Kosten - sollen von den Wünschen der Kunden abhängen.

Keine separaten Räume und kein Klo

Die Touristen sollen mit der Raumkapsel "Crew Dragon" von SpaceX ins All fliegen. Diese war ursprünglich entwickelt worden, um Astronauten zur ISS zu transportieren. Der Komfort in der Kapsel ist jedoch begrenzt: Auf nur neun Quadratmetern gibt es keine separaten Räume um zu schlafen oder auf die Toilette zu gehen. Bevor es los geht, müssen sich die künftigen Weltraumtouristen zudem einem Training in den USA unterziehen.
Was die tatsächlichen Reisekosten betrifft, begründen SpaceX und Space Adventures ihre bislang vagen Aussagen so: Die Kosten für den Start der Rakete Falcon 9, mit der die Kapsel in den Weltraum gebracht werden würde, belaufen sich auf rund 62 Millionen Dollar. Zudem muss der Bau einer neuen "Crew-Dragon"-Kapsel finanziert werden. Shelley bezeichnete die Einschätzung als "korrekt", dass sich die Gesamtkosten für die Reise auf mehr als 100 Millionen Dollar belaufen könnten. Klar ist nur: "Es wird nicht billig."
Es wird nicht billig.
Space-Adventures-Chef Tom Shelley

Wachsende Konkurrenz bei Weltraumreisen

Der neue Partner von Elon Musk hatte bereits zwischen 2001 und 2009 acht Touristen mit russischen Sojus-Raketen zur ISS gebracht. Der erste Weltraumtourist, Dennis Tito, zahlte damals 20 Millionen Dollar. Space Adventures will auch diese Reiseangebote nun wieder aufnehmen und ab 2021 erneut Touristen mit russischen Raketen zur ISS fliegen. Die internationale Raumstation zieht rund 400 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt ihre Runden um den Globus.
Dabei gibt es zusehends Konkurrenz bei privaten Reisen ins All. Das Weltraumunternehmen Virgin Galactic des britischen Milliardärs Richard Branson sowie Blue Origin des US-Milliardärs Jeff Bezos wollen ebenfalls an den Start gehen. Sie planen jedoch nur Reisehöhen von bis zu 100 Kilometern über der Erdoberfläche.
Quelle: AFP

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