Siebte Protestnacht in Barcelona

23.02.2021 | 06:08 Uhr
Nach der Inhaftierung eines Rappers hat es in Barcelona in der siebten Nacht in Folge Proteste gegeben. Die Zahl der Demonstranten war allerdings geringer als zuvor.
Tausende junge Spanier demonstrieren seit einer Woche für die Meinungsfreiheit und die Freilassung des umstrittenen Rappers Pablo Hasél. Der Rapper sitzt im Gefängnis, weil er Altkönig Juan Carlos beschimpft hatte.
In der siebten Nacht in Folge haben am Abend Demonstranten in Barcelona die Haftentlassung des Rappers Pablo Hasél gefordert. In der katalanischen Metropole kam es dabei erneut zu Ausschreitungen.
Die Teilnahme an den Protesten gegen die Inhaftierung des wegen Gewaltverherrlichung und Beleidigung der Monarchie verurteilten Rappers war jedoch geringer als an den Vorabenden. Nach Polizeiangaben demonstrierten nur noch etwa 700 überwiegend junge Menschen.

Flaschenwürfe auf Polizeigebäude

Aufgerufen zu der Demonstration hatte die separatistische Organisation CDR, die sich für die Abspaltung Kataloniens von Spanien stark macht.
Wie schon am Vorabend habe es kaum noch gewalttätige Ausschreitungen gegeben, berichteten die Zeitungen "La Vanguardia" und "El Periódico". Nur vor dem Polizeihauptquartier wurden Polizisten mit Flaschen beworfen, wie in Videos zu sehen war.

Proteste zu mehreren Themen

Bei den Demos geht es nicht nur um Meinungsfreiheit. Viele der jungen Spanier machen auch ihrer Unzufriedenheit über die hohe Arbeitslosenquote und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie Luft. Seit Dienstag vergangener Woche wurden in der Region Katalonien nach Angaben der Polizei insgesamt 109 Demonstranten festgenommen.
In Spanien kam es wiederholt zu gewalttätigen Protesten für die Freilassung des Rappers Pablo Hasél. In Barcelona wurden Barrikaden angezündet und Geschäfte geplündert.
Haséls Liedtexte und Tweets sind von tiefem Hass auf Polizei, Politik und die Monarchie geprägt. Als er sich weigerte, eine Haftstrafe von neun Monaten anzutreten, wurde er am Dienstag vergangener Woche festgenommen und ins Gefängnis gebracht.
Quelle: dpa, AFP, AP

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