: "Wann werden wir etwas tun?"

25.05.2022 | 11:42 Uhr
Entsetzen, Trauer, Wut: Nach dem Blutbad an einer US-Grundschule wird der Ruf nach mehr Waffenkontrolle wieder laut. Auch viele Promis richten emotionale Appelle an Washington.
Das Schulmassaker in Texas sorgt für weltweites Aufsehen.Quelle: Reuters
In einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas hat ein 18-Jähriger mindestens 19 Kinder erschossen, auch zwei Erwachsene starben. Der Schütze wurde ersten Erkenntnissen zufolge von Sicherheitskräften getötet.
Es handelt sich um eines der verheerendsten Schulmassaker in der US-Geschichte. Die Bestürzung in den USA ist groß. Erneut wird mehr Einsatz für eine strengere Waffenkontrolle im Land gefordert.

Basketball-Trainer Steve Kerr: "Wann werden wir etwas tun?"

Der US-amerikanische Basketball-Meistertrainer Steve Kerr von den Golden State Warriors hat mit einer emotionalen Rede auf das jüngste Schulmassaker in den USA reagiert.
"Wann werden wir etwas tun?", schrie Kerr in einer Pressekonferenz vor der Playoff-Partie bei den Dallas Mavericks am Dienstagabend (Ortszeit). 
Ich habe es satt, ich habe genug!
Steve Kerr, Basketball-Trainer

Angesichts des Amoklaufs an einer Grundschule in Texas spricht sich der Basketball-Trainer Steve Kerr bei einer Pressekonferenz für strengere Waffengesetze aus.

25.05.2022 | 01:02 min
Kerr wollte deshalb nicht über Basketball reden. Immer wieder stockte ihm die Stimme, mit der Hand schlug er mehrfach auf den Tisch. Sichtlich bewegt sagte der 56-Jährige:
Ich bin es so leid, hier aufzustehen und den zerstörten Familien da draußen mein Beileid auszusprechen.
Steve Kerr, Basketball-Trainer
Der Trainer forderte eine strengere Waffenkontrolle in den USA und richtete sich an 50 Senatoren, die das bislang verhindern würden. Der NBA-Champion spricht sich bereits länger gegen Waffengewalt aus.
Auch andere Sportlerinnen und Sportler zeigten sich bestürzt über das Schulmassaker, darunter Dallas-Coach Jason Kidd. Die Partie der Mavericks gegen die Warriors startete mit einer Schweigeminute.

Popsängerin Taylor Swift: "Erfüllt von Trauer und Wut"

Die US-Popsängerin Taylor Swift hat sich nach dem Schulmassaker mit emotionalen Worten an ihre Fans gewandt. Auf Twitter schrieb sie:
Ich bin erfüllt von Wut und Trauer und so gebrochen durch die Morde in Uvalde. Durch Buffalo, Laguna Woods und so viele andere. Durch die Art und Weise, wie wir als Nation auf unfassbaren und unerträglichen Kummer konditioniert wurden.
Taylor Swift, Popsängerin
Dazu teilte Swift ein Video von Kerr.
Taylor Swift auf Twitter

Poetin Amanda Gorman: Nicht nur Wahnsinn, sondern Unmenschlichkeit

Die 24-jährige US-Poetin Amanda Gorman, die mit ihrem Gedicht "The Hill We Climb - Den Hügel hinauf" bei der Amtseinführung von US-Präsident Biden bekannt wurde, äußerte sich ebenfalls auf Twitter:
Es braucht ein Monster, um Kinder zu töten. Aber zuzusehen, wie Monster immer wieder Kinder töten und nichts tun, ist nicht nur Wahnsinn – es ist Unmenschlichkeit.
Amanda Gorman, Poetin
Amanda Gorman auf Twitter

Hollywoodstar Matthew McConaughey fordert Taten

Auch Hollywoodstar Matthew McConaughey fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Waffengewalt. Der Oscar-Preisträger von 2014 ("Dallas Buyers Club"), der selbst aus der texanischen Kleinstadt Uvalde stammt, schrieb am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter:
Dies ist eine Epidemie, die wir in den Griff bekommen können, und unabhängig davon, auf welcher parteipolitischen Seite wir stehen, wissen wir alle, dass wir es besser machen können. Wir müssen es besser machen.
Matthew McConaughey, Schauspieler
Man müsse Maßnahmen ergreifen, damit niemand das erleben müsse, was die Eltern in Uvalde und andere Angehörige davor durchgemacht hätten.
Matthew McConaughey auf Twitter

Senator Chris Murphy mit emotionalem Appell

US-Senator Chris Murphy hat entsetzt auf das Massaker reagiert und bewegende Worte an seine Senatskollegen gerichtet. "Was machen wir?", fragte der Demokrat am Dienstagnachmittag (Ortszeit) im US-Kongress. Sichtlich mit Fassung ringend fragte er:
Warum verbringen Sie so viel Zeit damit, für den Senat der Vereinigten Staaten zu kandidieren? Warum machen Sie sich die Mühe, diesen Job zu bekommen (...), wenn Ihre Antwort lautet, dass wir nichts tun, während diese Metzelei zunimmt und unsere Kinder um ihr Leben rennen.
Chris Murphy, US-Senator
Er flehte sein Kollegen inständig an, Sie mögen doch endlich ein Gesetzespaket verabschieden, das etwas gegen die Waffengewalt im Land ausrichte.

Bei einem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas sind mindestens 19 Kinder getötet worden. Ermittlern zufolge erschoss ein 18-Jähriger auch zwei Erwachsene.

25.05.2022 | 01:25 min
Murphy kommt aus dem Bundesstaat, in dem 2012 im Ort Sandy Hook bei einem Massaker in einer Grundschule 20 kleine Kinder getötet worden waren. Solche Massaker seien nicht unvermeidlich.
So etwas passiert nur in diesem Land. Und nirgendwo sonst.
Chris Murphy, US-Senator
Für eine Verschärfung der Waffengesetze ist der Kongress zuständig, das US-Parlament. Viele Republikaner lehnen einen solchen Schritt ab. Die Waffenlobby ist in den USA sehr mächtig.
Quelle: dpa, AP

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