: Überflutungen durch "Grace" und "Henri"

23.08.2021 | 14:02 Uhr
Während Wirbelsturm "Grace" sich abgeschwächt hat, tobt "Henri" weiter über den US-Nordosten. Beide haben viele Menschenleben gekostet und schwere Verwüstungen angerichtet.
Überschwemmungen, Stromausfälle, gestrichene Flüge: Im Nordosten der USA hat der Tropensturm "Henri" schwere Schäden verursacht. Im Südstaat Tennessee gab es mindestens 21 Tote.
Hurrikan "Grace" hat ebenso wie "Henri" schwere Verwüstungen angerichtet. Beide haben sich zwischenzeitlich abgeschwächt. "Grace" zum Tiefdruckgebiet, "Henri" zum Tropensturm, der über Rhode Island, New Jersey und Pennsylvania gezogen und nun Richtung Cennecticut, New York und New England unterwegs ist.

Mindestens 21 Tote durch Überflutungen in Tennessee

Teile der USA haben mit Unwettern zu kämpfen. Im südlichen US-Bundesstaat Tennessee kamen mindestens 22 Menschen durch Überschwemmungen ums Leben. Zahlreiche weitere werden noch vermisst. In dem Bundesstaat hatte Starkregen am Samstag Überflutungen ausgelöst. Der Wetterdienst sprach von "historischen" Niederschlagsmengen.
Waverly in Tennessee: Beschädigte Autos und Trümmer nach ÜberschwemmungenQuelle: dpa
Nach dramatischen Warnungen und Evakuierungsaktionen entlang der Nordostküste der USA war der frühe Hurrikan "Henri" in Rhode Island auf Land getroffen und brachte auch weiter südwestlich liegenden Staaten wie New Jersey und Pennsylvania Überschwemmungen. Bis zum Montag zog "Henri" extrem langsam weiter nach Connecticut.
Nach früheren Rekordregenfällen im Staat Tennessee, kamen bei Überschwemmungen mindestens 22 Menschen ums Leben. Dutzende weitere seien noch vermisst, teilte die Polizei im Bezirk Humphreys County am Sonntag (Ortszeit) mit.

"Henri" bringt heftigen Regen

In den von "Henri" in eine Sumpflandschaft verwandelten Gebieten waren mehr als 140.000 Haushalte ohne Strom. Straßen standen unter Wasser, Menschen saßen in ihren Fahrzeugen fest. Das Nationale Hurrikanzentrum erwartete, dass "Henri" nahe der Grenze zwischen Connecticut und New York zum Stillstand kommen und anschließend wieder in Richtung New England ziehen würde.
Überschwemmungen in New Jersey.Quelle: AP
"Der Boden ist so gesättigt, dass es Überflutungen geben kann, wenn nur ein weiterer Inch (2,5 Zentimeter, also 25 Liter pro Quadratmeter) Regen dazukommt", warnte der Gouverneur von Connecticut, Ned Lamont, am Sonntagabend.

Biden sichert Hilfe für Tennessee zu

US-Präsident Joe Biden drückte bei einer Ansprache im Weißen Haus den Opfern sein Beileid aus. Für große Teile der Region rief er den Katastrophenfall aus, wodurch Bundesgelder für die Hilfe der Betroffenen freigegeben werden. Er habe sein Team angewiesen, dem Gouverneur von Tennessee die Hilfe des Bundes zuzusagen.
Wir bieten jede Unterstützung an, die sie in diesem furchtbaren Augenblick benötigen.
Joe Biden, US-Präsident

"Herzzerreissendes Bild der Verwüstung"

In Humphreys County in Tennessee waren nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes am Sonntag bis zu 432 Liter Regen pro Quadratmeter heruntergeprasselt. Das war doppelt so viel wie beim bislang schlimmsten Unwetter dieser Art in dem US-Staat. Bäche verwandelten sich in reißende Ströme, so auch in der 4.500-Einwohner-Gemeinde Waverly. Telefon- und Mobilfunkmasten kippten um. Autos wurden weggeschwemmt und Häuser zerstört. Suchmannschaften durchkämmten das Gebiet im ländlich geprägten Zentrum Tennessees.
Die Gegend biete ein herzzerreißendes Bild der Verwüstung, sagte Gouverneur Bill Lee, der am Sonntag nach Waverly kam. Präsident Biden sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.Überlebende berichteten, unter den Toten sei ein sieben Monate altes Zwillingspaar, das die Fluten dem Vater aus den Armen gerissen hätten. Für sie und für andere wurden Spendensammlungen eingerichtet, um für die Begräbniskosten zu zahlen.

"Grace" zu Tierdruckgebiet herabgestuft

Der Tropensturm "Grace" hat in Mexiko für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt. Mindestens acht Menschen kamen im Osten des lateinamerikanischen Landes ums Leben, wie die Regierung des Bundesstaats Veracruz an der Golfküste mitteilte. Grace wurde aber mittlerweile zu einem Tiefdruckgebiet heraubgestuft.
"Grace" war als Hurrikan auf die mexikanische Golfküste getroffen und hatte über Land dann rasch an Kraft verloren. Allerdings sorgte er für heftigen Regen. Eine Frau und fünf Kinder seien bei einem Erdrutsch in der Ortschaft Banderilla ums Leben gekommen, sagte der Gouverneur von Veracruz, Cuitláhuac García Jiménez.
Ein Mann sei in Poza Rica getötet worden und ein weiteres Kind beim Einsturz eines Hauses in Xalapa verunglückt. Präsident Andrés Manuel López Obrador sprach den Angehörigen sein Beileid aus. "Ihr seid nicht allein", schrieb er auf Twitter.
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Quelle: dpa, AP

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