: Kurorte und Mathildenhöhe werden Welterbe

24.07.2021 | 14:44 Uhr
Es sind bedeutende Kurorte: Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen. Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist ein Architektur-Juwel. Die Unesco hat die Orte als Welterbe ausgezeichnet.
Das UNESCO-Welterbe-Komitee hat drei deutsche Kurorte als Welterbe ausgezeichnet: Baden-Baden in Badem-Württemberg, Bad Ems in Rheinland-Pfalz und Bad Kissingen in Bayern.
Deutschland kann sich mit neuen Welterbestätten schmücken. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) zeichnete Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen am Samstag zusammen mit acht anderen europäischen Kurorten als "Große Bäder Europas" als Welterbe aus. Ebenfalls als Kulturstätte ausgewiesen wurde die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt.
Das zuständige Komitee der Unesco traf die Entscheidung auf seiner 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou. Mit dem begehrten Titel werden nur Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert ausgezeichnet.

Tradition der europäischen Badekultur

Die "Großen Bäder Europas" sind Kurorte, die vom späten 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert internationale Bedeutung erlangten. Natürliche Thermalwasser sind Grundlage einer Epochen übergreifenden Tradition der europäischen Badekultur. Zu den elf Kurstädten, die den Welterbetitel erhielten, zählen auch:
  • Spa (Belgien)
  • Vichy (Frankreich)
  • Bath (Vereinigtes Königreich)
  • Karlsbad, Franzensbad und Marienbad (Tschechische Republik)
Im Stadtbild zeichnen sich die Kurorte bis heute mit Bauten aus, die auf medizinische, therapeutische und gesellschaftliche Funktionen ausgerichtet sind. "In diesen mondänen Stätten der Gesundheitspflege, der Muße und des geselligen Umgangs bildeten sich architektonische Prototypen und eine städtebauliche Typologie heraus, für die es keine frühere Parallele gibt", teilte Baden-Baden zu der Nominierung mit.
Tweet der Unesco:

Die Mathildenhöhe - ein Schnittpunkt zur Moderne

Die Mathildenhöhe in Darmstadt aus der Wende zum 20. Jahrhundert besteht aus dem Hochzeitsturm, einer russischen Kapelle, Gebäuden, Parkanlage und Skulpturen. Die Künstlerkolonie gilt als Schnittpunkt zur Moderne der Architektur - nicht einfach ein Jugendstil-Ensemble, sondern ein Schritt zum Bauhaus.
Schnörkellos, funktional und mit sozialreformerischem Impuls: 1919 entsteht in Weimar die bekannteste Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Das Bauhaus bricht mit Konventionen, will Kunst und Handwerk vereinen. Bis heute inspiriert es Kreative weltweit.
Peter Behrens als einer der ersten Künstler war später Lehrer des Bauhausbegründers Walter Gropius. Die Intention zum Bau der Kolonie war im ausgehenden 19. Jahrhundert keineswegs nur kultureller, sondern handfester ökonomischer Natur.
Der hessische Großherzog Ernst Ludwig sah mangels Bodenschätzen einen Wirtschaftsaufschwung nur durch mehr Qualität in den Manufakturen gewährleistet und holte Künstler aller Couleur nach Darmstadt.

Die Zahl an Welterbestätten in Deutschland steigt

  • Deutschland hat jetzt 48 Welterbestätten.
  • Auf der Welterbeliste stehen mehr als 1.100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern.
  • 51 der Welterben gelten derzeit als bedroht, darunter viele Stätten in Syrien.
  • Von 2004 bis 2006 stand auch der Kölner Dom auf der sogenannten Roten Liste.
  • Bis 2009 Welterbe, danach wurde der Titel aberkannt: das Dresdner Elbtal. Es verlor ihren Welterbe-Status weil Dresden eine Brücke über die Elbe baute.
Die neuen (und bisherigen) Highlights der deutschen Unesco-Welterbestätten:

Kurstadt Baden-Baden

Als Stadt des Glücksspiels bekannt, als Badestadt beliebt - und als Welterbe ausgezeichnet: der Kurort Baden-Baden in Baden-Württemberg.

Quelle: dpa

Weitere Auszeichnungen mit deutscher Gewinnchance in den kommenden Tagen

Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli online und vor Ort. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Zustand eingeschriebener Stätten.
Wegen der Corona-Pandemie war die Tagung im vergangenen Jahr verschoben worden. Auf der Tagesordnung stehen insgesamt fünf Bewerbungen mit deutscher Beteiligung.
Darunter am Sonntag das jüdische Kulturerbe in Mainz, Speyer und Worms und der Donaulimes als Teil der römischen Grenze. Am Dienstag soll es um den Niedergermanischen Limes gehen.
Der Antrag für die Aufnahme der jüdischen Vergangenheit von Speyer, Worms und Mainz wurde heute offiziell in Paris bei der UNESCO eingereicht. Die erhaltenen Synagogen und jüdischen Friedhöfe sollen als Weltkulturerbe anerkannt werden.
Quelle: dpa, ZDF

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