: Neue Unwetter im Nordosten

30.06.2021 | 16:03 Uhr
Starkregen und Sturmböen haben in vielen Regionen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Nun bedrohen neue Unwetter den Nordosten.
Auch gestern hat es im Süden Deutschlands wieder heftige Unwetter mit überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern gegeben. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Nun zieht das Unwetter nach Osten.

Die Gewitterfront wandert weiter. Für Mittwochnachmittag und den frühen Abend hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) Unwetter im Nordosten Deutschlands prognostiziert. In einem Gebiet südlich von Schwerin und nördlich von Berlin lag dabei die Region mit dem höchsten Unwetterpotenzial - dort müsse mit Gewittern und heftigem Starkregen gerechnet werden.

Bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter

Bis Donnerstagfrüh könnten nach Prognose der Meteorologen in dem Gebiet, das auch das südliche Schleswig-Holstein und das Wendland umfasst, etwa 40 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, lokal auch bis zu 100 Liter. Bei diesen Wassermengen besteht die Gefahr von Überschwemmungen und Überflutungen .
Am Donnerstag dürfte sich Gewittertief "Xero" laut DWD über die Ostsee aus Deutschland verabschiedet haben. Schauer und Gewitter sind dann zwar immer noch möglich, sie dürften aber keinen Unwettercharakter mehr haben. Mit Temperaturen zwischen 17 und 23 Grad bleibt es am Donnerstag vergleichsweise kühl. Zum Wochenende soll es laut DWD aber wieder sommerlichere Temperaturen bis 25 Grad geben. Zumindest im Südwesten und in Küstennähe räumen die Meteorologen auch längeren sonnigen Abschnitten eine Chance ein, ansonsten bleibt es eher bewölkt. Gebietsweise sind Schauer möglich, im Osten auch Gewitter.

Überflutete Keller und Straßen

Am Dienstag hatten die Unwetter in weiten Teilen Deutschlands gewütet: Alleine in Frankfurt wurden laut Feuerwehr binnen zwei Stunden mehr als 600 Einsätze gemeldet. Die starken Regenfälle mit Niederschlägen von bis zu 45 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit führten demnach zu vollgelaufenen Kellern und Garagen, überfluteten Unterführungen und Durchfahrten. Der Regen überschwemmte auch viele Straßen und schränkte den Verkehr ein, Bahnen und Busse kamen in manchen Stadtteilen zeitweise zum Erliegen.
Wer seinen Wagen in Senken oder unter Brücken geparkt hatte, konnte unter Umständen nasse Überraschungen erleben, wie hier in Frankfurt. Quelle: dpa
Auch in Bayern beeinträchtigten heftige Unwetter am Dienstag den Bahnverkehr. In Landshut stand in Teilen der Stadt das Wasser in den Straßen. Zahlreiche Bäume stürzten um, Keller liefen voll. Bei der Landshuter Feuerwehr gingen mehr als 600 Notrufe ein, wie ein Sprecher erklärte. Verletzt wurde offenbar niemand.
Mit bis zu 45 Litern pro Quadratmeter haben starke Regenfälle in Teilen Deutschlands wieder für großes Chaos gesorgt. In Krefeld allein wurden rund 2.000 Notrufe getätigt.
Zum Anpfiff des EM-Fußballspiels Deutschland gegen England waren dichte Wolken mit Starkregen, Blitz und Donner über die Stadt gezogen, sagte ein Polizeisprecher. Sturzbäche bildeten sich auf den Straßen, Autos wurden weggeschwemmt, aus den Gullydeckeln sprudelte das Wasser, das die Kanalisation nicht mehr aufnehmen konnte. Das Wasser beschädigte Stromkästen und Öltanks, wie Mirko Olzem von der Integrierten Leitstelle sagte.
Das war ein Unwetter, wie es nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommt.
Mirko Olzem, Intergrierte Leitstelle Landshut

Hunderte Notrufe in NRW-Städten

Betroffen war auch die nordrhein-westfälische Stadt Bochum. Dort habe es ab Dienstagabend nach den Angaben der Feuerwehr so stark geregnet, dass in einigen Kellern das Wasser bis zur Decke stand. In Krefeld führte der Starkregen ebenfalls dazu, dass Keller, Straßen und Tiefgaragen geflutet worden. Dort habe eine Person zudem durch einen Sturz aufgrund der Wassermassen einen Knochenbruch erlitten.
Bis zwei Uhr seien bereits mehr als 2.000 Anrufe in der Leitstelle der Feuerwehr Krefeld eingegangen, davon mehr als 800 Notrufe. Mehrere Anrufer meldeten, dass sie mit ihren Fahrzeugen in überfluteten Unterführungen, aber auch auf der offenen Straße in den Wassermassen steckengeblieben waren und sich nicht mehr aus eigener Kraft aus den Fahrzeugen befreien konnten.
Quelle: dpa

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